Ziemlich in die Nesseln gesetzt hat sich die Sektion Industrie der Wirtschaftskammer letzte Woche mit ihremVorschlag, Religion und Turnen aus der zu bezahlenden Ausbildungszeit herauszunehmen. Der Kirche sprangen Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und der für das Berufsschulwesen zuständige Landesrat Dr. Walter Aichinger bei. Aber nicht nur sie, auch die Industriellenvereinigung schüttelte den Kopf zum Vorstoß aus der Wirtschaftskammer: „Von Industriemitarbeitern wird heutzutage nicht nur eine fachliche Qualifikation, sondern auch eine soziale und ethisch fundierte Grundhaltung verlangt. Seit einigen Jahren gibt es einen konstruktiven Dialog zwischen Kirchenvertretern und der oberösterreichischen Industrie, mit dem Ziel, wechselseitig besser zu informieren, um Verständis für notwendige Veränderungen zu erreichen.“Landeshauptmann Dr. Pühringer nannte den Religionsunterricht für dieses Alter wichtig und sinnvoll, weil er im Angebot der Wertorientierung von entscheidender Bedeutung ist. „Gerade in Zeiten, in denen scheinbar nur noch wichtig ist, was zählbar und meßbar ist, sollte zumindest im Bildungssystem nicht nur ökonomische sondern auch ganzheitliche Erziehung angeboten werden“, sagte der Landeshauptmann. Landesrat Dr. Aichinger vermutet gar hinter der Diskussion, die am 11. November losgetreten wurde, einen Faschingsscherz. Er verweist darauf, daß in Tirol und Vorarlberg diese Fächer Pflichtfächer sind, bei uns nur Freigegenstände. 54 % besuchen den Religionsunterricht, 20 % Turnen, Unterricht „außerhalb der Normalarbeitszeit und daher für Betriebe seit der Novellierung des Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetzes ohne Auswirkungen“.