Dr. Thomas Plankensteiner, Vorsitzender der Plattform „Wir sind Kirche“ und „Galionsfigur“ des Kirchenvolks-Begehrens, kandidiert für die ÖVP Tirol. Diese Meldung löste vergangene Woche bei den Grünen und Liberalen zum Teil heftige Reaktionen aus. Bei Mitarbeitern der Plattform gab es Irritationen. Zu den parteipolitischen Reaktionen, er lasse die Volksbegehrensleute für die eigene Karriere im Stich (LIF) bzw. er lasse sich als „progressives Feigenblatt“ von der ÖVP instrumentalisieren (Grüne), meinte Plankensteiner zur Kirchenzeitung: „Das gehört wohl zu den üblichen politischen Haxlbeißereien. Aber auch in der Kirche wird man ja nicht immer fein behandelt.“ Plankensteiner bedauert allerdings, daß seine Mitstreiter aus den Medien von seiner möglichen Kandidatur erfuhren. Er wollte sie bei der Generalversammlung am letzten Samstag informieren, daß er von der ÖVP gefragt wurde. Denn entschieden, ob er überhaupt auf die Innsbrucker Liste für die Landtagswahl komme, wird erst am 20. November. Daß er für die ÖVP kandidiere, wundere nur die, die ihn nicht näher kennen. Er arbeite seit Jahren beim ÖAAB und in der Lehrer-Personalvertretung mit. Daß er die Plattform im Stich lasse, läßt Plankensteiner nicht gelten: „Ich habe mehr als drei Jahre intensiv in der Plattform gearbeitet, da muß auch ein Rückzug möglich sein. Da hätten wir ja alles falsch gemacht, wenn die Plattform ohne mich nicht weiterhin gute Arbeit leisten könnte.“