Kirchen sind für Kunstdiebe immer verlockend. In der Weihnachtszeit sind darüber hinaus Krippenfiguren besonders gefährdet. Darauf hat vor wenigen Tagen das Kuratorium Sicheres Österreich aufmerksam gemacht. Krippenfiguren sind meist nicht sehr groß, weshalb Diebe sie leicht wo einstecken können und sie sind oft nicht extra gesichert. Häufig, so die Polizei, arbeiten Kunstdiebe nach Auftrag von dubiosen Interessenten, Diebstähle werden oft ganz gezielt durchgeführt. Wenn ein gestohlenes Kunstobjekt - ob Krippenfigur oder großes Gemälde - einmal ins Ausland gebracht wurde, ist es meist für immer verloren. Daher kommt es bei Diebstählen auf möglichst rasche Verständigung der Exekutive an. Leider - so ein Polizeiexperte für die Aufklärung von Kunstdiebstählen - kommt es immer wieder vor, daß ein Diebstahl gar nicht sofort bemerkt wird und die Geschädigten daher gar nicht sagen, wann eingebrochen wurde. Ebenso erinnern sich die Leute vor der Polizei oder der Gendarmerie nicht mehr an Details des Kunstwerkes. Die für die Fahndung wichtigen Angaben sind dann oft sehr vage.Daher empfiehlt die Exekutive, Kunstwerke zu fotografieren - aber nicht so, daß das Objekt durch das Blitzlicht spiegelt und daher wiederum nicht exakt zu beschreiben ist. Wichtig ist auch die laufende Kontrolle der Bestände z.B. in einer Kirche, und erst recht bei einer Kirchenkrippe. Es sollte täglich vor dem Aufsperren und vor dem Schließen überprüft werden, ob alles da ist. Dann geht im Falle eines Diebstahls nicht wertvolle Fahndungszeit verloren. Übrigens: Kunstdiebstähle sind keine „Erfindung“ unserer Zeit. Schon vor 2000 Jahren wurden Pharaonengräber ausgeraubt. Obwohl derzeit im mehrjährigen Durchschnitt in Österreich statistisch gesehen jeden dritten Tag ein Kunstwerk gestohlen wird, sind die Kunstschätze unseres Landes im Vergleich etwa mit Italien oder Frankreich noch relativ sicher.