Die von Justizminister Michalek geplante Scheidungsreform geht in die parlamentarische Endphase. Während im Begutachtungsverfahren von seiten der Kirche durchwegs positive Stellungnahmen abgegeben wurden, kündigte ÖVP-Justizsprecherin Maria Fekter Widerstand an. Sie stößt sich vor allem an der Regelung, daß unter bestimmten Umständen, etwa wenn kleine Kinder zu betreuen sind, auch schuldig Geschiedene Anspruch auf Unterhalt haben sollen. Außerdem geht Fekter die geplante Streichung des Ehebruchs als absoluten Scheidungsgrund zu weit. Ehebruch und Gewalt müßten schwerer wiegen als andere Delikte, fordert sie. Für das Justizministerium bleibt Ehebruch als Ausdruck einer Zerrüttung der Ehe weiterhin ein Scheidungsgrund. Bischofskonferenz, Institut für Ehe und Familie und Katholische Aktion begrüßen die Unterhaltsregelungen und weisen darauf hin, daß es auch nach einem Ehebruch noch einen Weg der Versöhnung geben sollte.