In Chile gehen die Wellen hoch, seit Spanien die Auslieferung des in England festgesetzten Exdiktators Augusto Pinochet fordert. Während der Zeit seiner Militärregierung sind Tausende Menschen umgekommen oder spurlos verschwunden. 300 Zivilprozesse laufen. Pinochet und seine hochrangigen Folterknechte sind durch zweifelhafte Amnestiegesetze vor der Strafverfolgung geschützt. Diese problematische Rechtssituation gilt auch für die meisten anderen mittel- und südamerikanischen Länder, in denen Militärdiktatoren an der Macht waren. Nun fordern führende chilenische Christdemokraten vehement die Einrichtung einer „Wahrheitskommission“ unter der Leitung des Erzbischofs von Santiago. Dadurch könne ein großer Beitrag zur Versöhnung und zum Heilen alter Wunden geleistet werden.