Spiele schenken ist ein heißer Tip, noch besser ist es mitzuspielen!
Ausgabe: 1998/50, Spiele
09.12.1998
- Ernst Gansinger
Die Zeit, die man mit Kindern spielend verbringt, trägt hohe Zinsen der Verbundenheit.Spiele sind ein Geschenk-Hit, Kinder und junge Leute spielen schließlich gerne. Wer sich aber ein bißchen näher interessiert, ist bald vom Überangebot erschlagen: Spiele über Spiele, welches könnte gefallen? Ein zweites Problem ist weniger offensichtlich: Viele belassen es beim Schenken, anstatt das größere Geschenk zu machen, gemeinsam zu spielen. Ein Tip: Lesen Sie die Spielanleitung vorher schon durch, sonst gerät die Spiel-Erklärung mitunter wirklich zur Bescherung nach der Bescherung. Ein weiterer Tip: Derzeit sind viele gute Spiele auf dem Markt. Wer sich an den Verlagen orientiert – etwa Abacus, Amigo, Cosmos, Fata Morgana, Goldsieber, Hans im Glück, Piatnik, Ravensburger, F. X. Schmid, Schmidt-Spiele, . . . kann damit rechnen, gute Spiele zu kaufen. Genauso, wenn die Autoren Christwart Conrad, Rudi Hoffmann, Reiner Knizia, Wolfgang Kramer, Sid Sackson, Reinhard Staupe, Klaus Teuber, . . . heißen. Ein Qualitätszeichen ist, wenn ein Spiel in die Auswahlliste zum Spiel eines Jahres aufgenommen wurde. Dies wird auf der Schachtel durch einen Spielkegel mit Lorbeerkranz gekennzeichnet.Wühlen wir ein bißchen in den Spiel-Regalen bei den Brett-Spielen für Familien. Die auf dieser Seite vorgestellten Spiele kosten zwischen 200 und 450 Schilling. Fixe Preise gibt es nichtAlte Landkarten bzw. die Welt der Sagen und Abenteurer sind für etliche Spiele Hintergrund. „Der Schatz der Erdgeister“ aus dem Verlag Piatnik etwa lädt ein, mit Zwergenstämmen den Goldschatz im Bergwerk zu suchen. Wer als erster seine Zwerge in die Schatzkammer bringt, gewinnt. Die Art zu ziehen macht das Spiel zum Taktikspiel. (Daher: Ab 12 Jahren, 2-4 Spieler).„Freibeuter“ aus dem Verlag Hans im Glück läßt Piraten um Schatztruhen auf offenem Meer wetteifern. Ein kurzweiliges Setzspiel, bei dem die Schiffe aufgrund von Koordinatenkarten auf die Landkarte – hoffentlich günstig – plaziert werden.(Für 2 bis 4 Beteiligte ab 9 Jahren).Bei „Sarmakand“ von Abacusspiele tauschen, kaufen und verkaufen die 2-5 Spieler (ab 9 Jahren) ihre Waren in Basaren und bei Nomaden. Die leicht verständliche Spielanleitung und flottes Spiel machen Freude.Mit einer schönen Aufmachung weiß „Pfeffersäcke“ (Verlag Goldsieber) zu gefallen. Das Spiel selbst ist das komplexeste unter den hier vorgestellten. Es braucht Geduld oder Erfahrung, die Spielanleitung durchzulesen. Und es braucht Übersicht beim Spiel, denn ständig rührt sich etwas, wenn es darum geht, im mittelalterlichen Deutschland seine Pfefferfirma auszuweiten. (2-6 Spieler, ab 12 Jahren).