Indiens christliche Kirchen hatten den Freitag vergangener Woche zum nationalen Protesttag gegen religiöse Intoleranz erklärt, katholische wie protestantische Schulen blieben geschlossen. Alle christlichen Angestellten in öffentlichen Einrichtungen waren aufgerufen, ein schwarzes Abzeichen zu tragen. In landesweiten Protestmärschen wurde an die Gefährdung religiöser Toleranz durch hinduistisch-fundamentalistisch motivierte Gewalt erinnert. Zum Protest aufgerufen hatte das neu gegründete „Vereinte christliche Forum für Menschenrechte“, nach dessen Angaben 1998 bereits 64 Gewaltakte gegen Christen und christliche Einrichtungen in Indien verübt wurden, mehr als in den letzten 30 Jahren. Obwohl die Christen mit 25 Mill. Gläubigen kaum drei Prozent der 960 Millionen Einwohner Indiens ausmachten, steht das Netz der kirchlichen Bildungs- und Gesundheitszentren nach dem staatlichen an zweiter Stelle. Die Schulen stehen auch Mitgliedern anderer Religionsgemeinschaften offen.