Sind sie nicht arm, unsere behinderten Kinder und vor allem ihre Eltern? Ein gängiges Vorurteil, das uns immer wieder einholt. Wie spüren und erleben unsere geistig und mehrfach behinderten Kinder die Advent- und Weihnachtszeit? Brechen auch für sie hektische Tage aus? Verfallen sie dem hemmungslosen Konsumrausch? Wollen sie jeden Wunsch erfüllt bekommen? „Ein Licht ist mir aufgegangen, das mein Leben erhellt und mir den Blick öffnet auf unser ‘Wohin’”, schrieb einmal ein Gast über unsere Adventfeier ins Gästebuch. Unsere Kinder – von zwei bis vierzig Jahren – erfühlen den Heiligen Abend schon vorher mit träumerischem Blick, begleitet von einfachen, klaren Worten und bescheidenen Wünschen. Sie greifen bei unserem Zusammensein zur Gitarre oder Flöte und singen dazu. Wenn wir Eltern oder Freunde der Kinder etwas beitragen, wie Lesungen aus Weihnachtsbüchern, lauschen sie. Sie hören zu. Für sie gibt’s kein reich und arm, jung und schön, keine Designerklamotten. Dafür aber ein viel besseres Gefühl fürs Spirituelle. (Obwohl sie den Inhalt und die Botschaft der Gedichte oder Geschichten nicht ganz verstehen – glauben viele . . .) Das Wunderschöne im Arbeitskreis ist, daß geteiltes Leid, (z.B. Bürokratiehemmnisse, Sozialabbau) halbes Leid ist, aber gemeinsam erlebte Freude nicht mit Worten auszudrücken ist.