Was in Träumen passiert, sieht auf den ersten Blick nicht nach göttlicher Führung aus. Träume gelten als unwirklich, manchmal sind sie uns unverständlich, lösen unangenehme Gefühle aus.Was habenTräume mit der Wirklichkeit zu tun? Wirklich sind die Gefühle, die von einem Traum ausgelöst werden. Manch gereizte Stimmung begann nachts mit einem Traum. Eines ist für mich sicher: Die einzelnen Bilder eines Traumes sind sicher nicht wirklich. Aber die Träume weisen auf eine Wirklichkeit hin. Es geht um innere Prozesse, die das Leben eines Menschen bestimmen.In der Bibel ist die Wertschätzung der Träume offenkundig: Jakob träumt von der Himmelsleiter (Gen 28, 1), Hiob, der in den Nachtgesichten die Stimme Gottes erfährt (Hiob 33, 15) seien hier erwähnt. In Übereinstimmung mit der Hl. Schrift (und mit der Psychotherapie) geht man also nicht fehl, Träumen Beachtung zu schenken. Sie enthalten Weisungen für die Zukunft, heilende Kraft und Lösungen für anstehende Probleme. Gott selbst ist es – so die Bibel –, der durch sie den Menschen eine Botschaft zukommen läßt.Lerne zu hören . . . Drei Träume sind es, von denen das Evangelium erzählt. Josef wird gesagt, daß er sich mit dem Kind und seiner Mutter auf den Weg machen soll. Innerhalb von kurzer Zeit kommt dreimal ein Traum und errettet die Heilige Familie aus der ihr drohenden Gefahr – fast zu schön, um wahr zu sein . . . die rettenden Träume zur rechten Zeit? Und wie lautet nun die Botschaft für uns?Die Kindheitsgeschichte des Matthäusevangeliums schließt mit der Erzählung der Flucht nach Ägypten und der Rückkehr der Heiligen Familie in den Ort Nazaret in Galiläa. Diese Erzählung ist nach der Mosetradition aufgebaut. Es geht also in diesem Text nicht um die Erinnerung an ein historisches Geschehen, sondern um das Bekenntnis zu Jesus. Dabei wird in dem Text der Schutz Gottes deutlich, der über diesem Kind und seinen Eltern liegt. Matthäus deutet diese Aussage, daß Gott mit Jesus ist, durch das Zitat Hosea 11, 1: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“, und die Liebe Gottes schützt das Kind und führt es auf seinen Weg. Dies macht auch der Name „Nazoräer“ deutlich: Jesus ist ein „Geweihter Gottes“. Das ist die erste Ebene bei Matthäus; auf der zweiten Ebene fügt er den Traum hinzu, dreimal greift im Traum der Engel des Herrn ein, um Josef den rechten Weg zu weisen. Weder Herodes noch Archelaus, die eine mörderische Geschichte schreiben, bestimmen die Lebensgeschichte von Jesus, sondern die Geschichte seines Lebens schreibt Gott von innen her. auf die innere StimmeUnd das ist die tiefere Botschaft dieses Evangeliums – was immer es auch an Leid und Scheitern, an vielen äußeren Ereignissen in deinem Leben gibt, lerne zu hören auf die innere Stimme deines Lebens, laß dich leiten durch den Engel, durch den Traum, durch die innere Stimme Gottes und du wirst spüren, daß auch in deinem Leben eine Rettungsgeschichte, eine Heilsgeschichte geschrieben wird.