„Schau mal, Mama, haben wir das nicht schön gemacht?“ Tobias und Markus ziehen die Mutter ins Wohnzimmer, um stolz ihr Werk vorzuführen. Bei Familie Helbig soll ein Faschingsfest gefeiert werden, und die beiden Kinder haben gerade das Wohnzimmer mit Girlanden, Luftschlangen und Luftballons geschmückt. „Toll habt ihr das gemacht, wirklich!“ lobt die Mutter, doch dann stutzt sie. Die Buben haben den ganzen Raum dekoriert, und nun hängen sogar am Kruzifix Luftschlangen, und eine Papiergirlande spannt sich von dort bis zur gegenüberliegenden Wand. Die bunte Partydekoration ausgerechnet am Kreuz, dem Sinnbild des Leidens Christi, irritiert die Mutter ein bisschen. „Ich weiß nicht recht, ob wir das so lassen können“, murmelt sie unschlüssig. „Gut, wir können die Luftschlangen ja wieder abmachen“, meint Tobias. „Oder wir hängen das Kreuz ein paar Tage lang woanders in der Wohnung auf“, sagt die Mutter. Aber dann fragt Markus: „Hat Jesus denn keine Feste gefeiert?“ „Doch“ antwortet die Mutter. „Zwar nicht wie wir, aber in der Bibel wird erzählt, dass er an Festen teilnahm.” „Na also”, meint Markus „schließlich ist Jesus nicht nur gestorben, sondern hat auch gelebt.“ „Du hast recht”, erwidert die Mutter. „In der Bibel heißt es sogar: Alles hat seine Stunde.” „Eine Zeit für Fasching und eine Zeit fürs Fasten”, ergänzt Tobias. „Stimmt”, meint die Mutter. „Eine Zeit für den ernsten Winter mit seinen kalten dunklen Wochen und eine Zeit für den Schabernack, stille Tage zum Nachdenken und Beten und andere für Ausgelassenheit. All das gehört zu uns, jedes ist gut zu seiner Zeit.”Nach einer Geschichte aus dem Buch „Was macht der liebe Gott am Sonntag? Kinderfragen zum Jahreskreis”. ÖS 145,-. Pattloch-Verlag.