„Im Fasching gehe ich als Löwe!“ – verkündet der kleine Tobias Bock. In der achtköpfigen Familie gehört eine Faschingsparty zu den Höhepunkten für die Kinder.Ohne Verkleiden und Schminken wär es halb so schön – die Kinder dürfen die Eltern schminken. Auch wird das Wohnzimmer weitgehend ausgeräumt, und damit mehr Platz geschaffen. Susanne Bock, die auch im Kinderliturgiekreis der Pfarre Gallneukirchen tätig ist, war Kindergärtnerin, Ehemann Wilfried ist HAK-Professor. Nun hält sie nicht nur Spieleseminare, als Mutter von sechs Kindern kann sie vieles in der eigenen Familie umsetzen und verwirklichen.Vorher selber spielenIhrer Erfahrung nach wird ein Kinderfest umso gelungener, je besser es vorbereitet wird, je mehr man sich etwas (zu)traut und Phantasie zuläßt. Das Planen sei für die Kinder ohnehin fast das Schönste. Ganz ohne Kosten wird es nicht gehen, manchmal muß man aufwendige Basteleien vorbereiten, so für ein Farbenfest, z. B. ein Rotfest: Pappbrillen wurden mit Klarsichtfolie ausgestattet für den „roten Blick“. Auch sonst war alles rot: der Saft, der mit Lebensmittelfarben eingefärbte Gugelhupf, Raum, Beleuchtung, ... Es ist immer gut, wenn die Großen die Spiele vorher selber durchspielen. Entsprechend werden in einem von Susanne Bock angebotenen Kurs – es kommen immer nur Mütter – die neuen Spielideen auch ausprobiert, was jedesmal sehr lustig ist. Bewußt werden Spiele ohne Verlierer ausgewählt. Bei einem Kinderfest ist es sinnvoll, wenn sich übermütige Spiele mit Spielen zum Ruhigwerden abwechseln. Die Kinder nehmen von einem Fest gern ein Andenken mit heim, zum Beispiel kann man mit ihnen Ketten aus Styropor(abfall)material abwechselnd mit Kreppapier fädeln. Mit „Geschenken“ empfiehlt es sich dagegen sparsam umzugehen. Als eigene Spielstation kommt ein gemeinsames Zubereiten der Jause gut an. Die belegten Brote oder aufgespießte Happen (z. B. auf einen Krautkopf gesteckt) – werden dann zunächst im Keller aufgehoben.Für heuer wird ein Geländespiel – „Gelände“ ist das ganze Haus – ausgetüftelt. Nachher gibt es in jedem Fall eine „Disco“, was die Größeren besonders freut. „Ein Kinderfest muß nicht perfekt, aber lustig sein!“ findet Susanne Bock. Witzig für Kinder ist es auch einen Tag „verkehrte Welt“ zu spielen. In der Früh gibt es Abendessen, am Abend Frühstück, man ißt unter dem Tisch, Papa trägt einen Damenhut, u. ä. Geländespiel Orientierungslauf durch’ s HausDer Start ist gemeinsam. Es gibt verschiedene Anweisungen, z. B: Unter einem Blumenstock in der Küche liegt ein oranger Zettel. Es folgen weitere Aufgaben („Geh in den Keller!“), etwa auch als verschlüsselte Botschaft, z. B. in einem Rätsel (Rebus) oder als zu knackender Zahlencode. Mögliche Anweisungen: Schreibe einen Liedanfang auf. Aus fünf Wörtern einen Reim ausdenken oder eine Liedstrophe lernen. Die Kleinen müssen sich z. B. selber zeichnen, etwas mimisch darstellen, die Merkmale eines Zimmers beschreiben, ihren Teddy suchen. Am Schluß ist in einer „Schatzkiste“ eine Belohnung versteckt.