Europa ist dabei, seine auf dem bäuerlichen Familienbetrieb gründende Landwirtschaft zu zerstören. Der Grund dafür ist „der Markt“. Es sei auf die Dauer zu teuer, eine Wirtschaftsstruktur am Leben zu erhalten, die von den auf dem Markt erzielbaren Erlösen nicht selber leben kann, lautet die Philosophie mächtiger EU-Finanzminister. Wer dieses so verkündet, geht einen unehrlichen und fahrlässigen Weg:u Die Landwirtschaft ist mehr als ein Nahrungsmittelproduzent; wer sie darauf reduziert, riskiert die soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verödung ganzer Landstriche.u Die Landwirtschaft ist längst nicht der Dinosaurier, der sich dem Strukturwandel verweigert. Die letzten 20 Jahre beweisen das Gegenteil.u Wer Beschäftigungspolitik predigt, und gleichzeitig den bäuerlichen Familien die Einkommen kürzt, lügt sich in den Sack. Die EU-Pläne würden allein in Österreich in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 20.000 bis 30.000 Arbeitsplätze kosten.Wie heißt es doch im Sozialhirtenbrief der österreichischen Bischöfe: „Der bäuerliche Familienbetrieb erbringt Leistungen, die nicht nur in wirtschaftlichen Größen gemessen werden müssen. Die Lösung der Krise der Landwirtschaft kann nicht ausschließlich der ländlichen Bevölkerung aufgelastet, aber auch nicht den bloßen Mechanismen des Marktes überlassen werden.“