Einen Sonnenaufgang oder -untergang auf einem Berggipfel zu erleben ist für alle Bergsteiger/innen etwas Besonderes. Die hellen Lichtstrahlen lassen die Landschaft besonders klar und deutlich erkennen und tauchen alles in wärmende Farben.Nur allzu verständlich ist die Sehnsucht des Petrus, diesen Augenblick der „Gottesbegegnung“ am Berg Tabor möglichst lange auszukosten. So klar und rein sehen sie die Welt und Jesus nur selten. Er läßt einige seiner Jünger etwas von der Ganzheit und Fülle schauen: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider waren weiß wie das Licht. Strahlen, Sonne, weiß und Licht gelten als Sinnbild für Klarheit und himmlische Unberührtheit. In dieser Begegnung geschieht (Ver)klärung, Veränderung und Wandlung. Einlassen auf Neues Es fällt uns nicht leicht, Veränderungen im Leben zuzustimmen: Gewohntes verbindet, das Gute vom „Alten“ soll nicht über Bord geworfen werden, die Angst, es könnte zuviel verloren gehen, quält: Veränderung als Einlassen auf Neues kostet Kraft. Ich selber erlebe dies im Persönlichen und in all den Bereichen, in denen ich tätig bin: Veränderungen prägen unseren Alltag. Um mich darauf einlassen und umstellen zu können, spare ich mir Zeiten auf, z. B. für einen „Wüstentag“ an einem ruhigen Ort. Ich versuche innerlich aufzutanken, zurück und nach vorne zu schauen, und mich auf das Kommende einzustellen. Ich erfahre ständig sich ändernde Wege, wenn ich einen Berg besteige und am Gipfel verweile. Dies sind für mich Wege zu Höhepunkten, die mich leben lassen und mir viel neue Energie und Kraft für die „Wege im Tal“ geben.Blicken wir zurück auf das Evangelium: Die Jünger Jesu hatten erkannt, daß der Berg für sie als Ort der Ruhe und damit als Ort der Gottesbegegnung große Bedeutung hat. Auch für sie wäre es der bequemere Weg gewesen zu bleiben, wie dies Petrus im Vorschlag des Hüttenbauens deutlich sagt. Jesus faßt sie an und ermutigt sie: „Steht auf, habt keine Angst!“ Diese Ermutigung gilt uns allen – ich schließe hier die Kirche mit ein; auch in ihr sind immer wieder Veränderungen und Wandlungen der Zeit entsprechend vonnöten. Gerade in unserer so schnellebigen Zeit. Ich vertraue auf den Hl. Geist, der hier Wege in eine neue Richtung – wenn sie auch manchmal vom menschlich engen Geist behindert werden – finden und weisen wird. Im Evangelium ist dieses Wirken durch die „Stimme aus der Wolke“ verstärkt. Glaube hält in BewegungSonntag für Sonntag feiern wir Eucharistie, d. h. Wandlung. Wir feiern, daß unser Glaube uns in Bewegung hält. Wir sind eingeladen, uns Neuem gegenüber nicht zu verschließen, sondern uns im Geiste Christi darauf einzulassen. Nur so können wir seinem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe als Maßstab für mehr Gerechtigkeit, Frieden und Mitmenschlichkeit gerecht werden und füreinander offen sein. Die Liebe und Nähe Gottes, die wir in der Natur, in Gottes Schöpfung z. B. auf dem Berg bei einem Sonnenuntergang erkennen können, begleiten und stärken uns dabei.