er Wegbereiter für das Minenverbot würde esbedauern, wenn Österreichs Glocken am 1. März um 15 Uhr nicht läuten.Die Idee zum weltweiten Glockengeläut am 1. März kommt von der Anti-Minen-Kampagne (ICBL), und „würden sich unsere Kirchen dem nicht anschließen, so wäre ich enttäuscht“, meint Dr. Thomas Hajnoczi, der seit drei Jahren die Abteilung für Abrüstung im Außenministerium leitet. Seiner festen Überzeugung, daß Minen zu den größten Problemen der Menschheit zählen, und seinem Geschick, heikle Situationen im Verhandlungsmarathon zu entschärfen, haben dazu geführt, daß Österreich federführend am Zustandekommen der Anti-Personen-Minen-Konvention beteiligt war.Doch Diplomatie alleine hätte das nicht erreicht, gibt sich der Gesandte sicher; nur gemeinsam mit Minengegnern ist es gelungen. Dabei hat in Österreich Ungarisch den Ton angegeben: Hajnocsi, dessen Urgroßvater aus Ungarn stammte, und Judith Majlath, die 1958 über Minenfelder nach Österreich geflohene ICBL-Vertreterin.Mit dem Totalverbot ist der 43jährige zwar nicht unzufrieden, doch nun geht es an das Vernichten der Lagerbestände und das Entminen fruchtbarer Böden. Und für Mai bereitet er das erste Überprüfungstreffen in Mosambik vor. Daß der Einsatz gegen Minen für ihn höchste Priorität genießt, schreibt Hajnoczi auch seinem Glauben als engagierter Katholik zu. „Es ist wunderbar, wenn man Beruf und Überzeugung so vereinbaren kann.“Walter Achleitner