Ausgabe: 1999/09, deutsche Bischofskonferenz, Abtreibung
02.03.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Die deutschen Bischöfe haben bei ihrer Konferenz in Lingen vergangene Woche keine endgültige Entscheidung über den Verbleib oder Ausstieg aus der staatlichen Schwangerschafts-Konfliktberatung getroffen. Wie der Vorsitzende Bischof Karl Lehmann mitteilte, sei ein Stimmungsbild verabschiedet worden, das nun dem Papst vorgelegt wird. Es sei entscheidend, so Lehmann, daß die Kollegialität der Bischöfe und das Zusammenwirken mit dem Papst inner- und außerkirchlich „nicht in Frage gestellt wird“. Bei den dreitägigen Beratungen seien vier Lösungswege vorgeschlagen worden. Diese reichen von einem generellen Verzicht auf die Nachweispflicht, also kein Ausstellen des Beratungsscheines, bis hin zum „Schein anderer Art“. Dieser „Beratungs- und Hilfsplan für Frauen in Not“ sollte konkrete Maßnahmen zur Unterstützung beinhalten und wurde offenbar von der Mehrheit der 67 anwesenden Bischöfe favorisiert.