Mag. Rupert Granegger (35) ist oö. Diözesanjugendseelsorger.Für mich steht in der heurigen Fastenzeit das Stichwort „Zeitfasten“ im Vordergrund. Ständig erlebe ich – bei mir selbst und bei anderen, auch bei Jugendlichen – das Gefühl, keine Zeit zu haben. Streß scheint allgegenwärtig. Also frage ich mich in der Fastenzeit: Wofür nehme ich mir Zeit, wofür will ich Zeit haben?In meinem Alltag reserviere ich beispielsweise in diesen Wochen „gute Zeiten“ für mein Gebetsleben. Gute Untertags-Zeiten deshalb, weil ich mich kenne: in der Früh bin ich noch müde, am Abend fallen mir schnell die Augen zu.Zum Zeitfasten gehört für mich auch die Entdeckung der Langsamkeit. „Brems Dich ein“ heißt mein Motto – über den Straßenverkehr hinaus. Die Fastenzeit nutze ich als Bremsstrecke im hektischen Alltag. Wenn ich langsamer unterwegs bin, nehme ich mein Leben intensiver wahr. Viele Dinge bekommen so eine neue Qualität und ich entkomme für einige Zeit der Spirale des immer Mehr und immer Schneller.