In einem Interview mit dem Rufer (Zeitschrift der Kath. Männerbewegung) berichtet Abt Marianus Hauseder vom Stift Engelszell über das Leben der Trappisten und über den Sinn der Fastenzeit.Wir stehen stellvertretend für die Menschen vor Gott. Das Gebet, das Dasein vor Gott – auch für andere Menschen – , ist unsereSendung. Wenn ich um Viertel vor Vier aufstehe, fährt ein Bus mit VOEST-Arbeitern vor meinem Fenster vorbei. Da bete ich häufig: „Herr, segne diese Männer, ihre Familien und ihre Arbeit.“ Wir tragen die verschiedensten Menschen im Gebet mit.In der Fastenzeit schränken wir uns äußerlich beim Essen ein. Beim Frühstück fallen Marmelade und Honig weg, beim Abendessen jeden zweiten Tag der Käse. Das ist ein Fasten, das man schon spürt. Aus geistlichem Blickwinkel stellt die Fastenzeit für uns keine Besonderheit dar, denn unser ganzes Leben ist Fastenzeit: ein Wachsamsein auf das Kommen des Herrn. Fasten bedeutet auch, den Alltag gut miteinander zu leben und einander im Geist der Brüderlichkeit zu ertragen.