Auf Einladung von Pax Christi Österreich kam die Trägerin des Alternativ-Nobelpreises 1998 Katarina Kruhonja am 5. März nach Linz. In der Katholisch-Theologischen Hochschule sprach sie zum Thema „Kann nur Gewalt Gewalt beenden?“ Sie kann aus ihrer Erfahrung als Friedensaktivistin unter kriegerischen Bedingungen in Osijek, Ostkroatien, schöpfen. Angesichts des Konfliktes in Ex-Jugoslawien (und wie er eingedämmt wurde), ist die Frage provokant: Kann nur Gewalt Gewalt beenden?Katarina Kruhonja brachte ein Beispiel, was Friedensaktivisten angesichts von Krieg konkret machen können: Seit Kriegsbeginn war das Gebiet um Vukovar und Osijek von ethnischen Säuberungen, ständigen Granatangriffen und blutigen Kämpfen betroffen. Schon sehr bald organisierte ihr Osijeker Friedenszentrum auf neutralem Boden in Ungarn regelmäßig Treffen zwischen Serben und Kroaten, die sich vor dem Krieg gut kannten, aber in Kroatien keine Möglichkeiten hatten, miteinaner in Kontakt zu treten. Die Menschen, die zu solchen Treffen bereit waren, mußten natürlich vorbereitet werden, denn viele hatten Angehörige verloren, die im Krieg von der anderen Seite getötet wurden. Anfangs war es auch ganz schwierig, Menschen zu diesen Treffen zu bewegen; mit drei Serben und einigen Kroaten starteten sie. Über 1000 Menschen nahmen schließlich im Lauf der Zeit teil. Die Treffen haben dazu beigetragen, daß die Menschen das Freund-Feind-Schema überwinden konnten. Sie erkannten, daß alle Schuld auf sich geladen hatten und gleichzeitig auch Opfer der Kriegslogik wurden. Das so entstandene Netzwerk ist heute sehr wichtig für die friedliche Entwicklung der Region, denn die ersten Menschen kehren in ihre ehemaligen Häuser zurück. „Wenn viele Menschen gelernt haben, kreativ die Spirale der Gewalt zu durchbrechen, können auch Kriege aufgehalten werden“, ist Frau Kruhonja überzeugt. Ein Auftrag auch an die Kirchen.