Der Rottenburger Bischof Walter Kasper wechselt in den Vatikan. Johannes Paul II. hat ihn zum Sekretär des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen berufen. Kaspar zählte vor seiner Ernennung zum Bischof der Zwei-Millionen-Diözese Rottenburg-Stuttgart zu den bekanntesten deutschen Theologen auf dem Gebiet der Dogmatik und Ökumene. Im Spektrum der Theologie wurde er als Mann der Mitte bezeichnet. Deshalb hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Gerüchte gegeben, Kasper werde nach Rom geholt. Von seiner jetzigen Ernennung war man aber auch in seiner Diözese überrascht, hat sich doch Kasper in der Geschiedenenpastoral, in der Schwangerenberatung sowie beim Frauendiakonat für eine Änderung der „römischen Linie“ ausgesprochen. Seine Ernennung wird als deutliches Signal des Papstes gesehen, den ins Stottern gekommenen Motor der Ökumene wieder zum Laufen zu bringen. Kaspar hat eine gute Gesprächsbasis mit den lutherischen Kirchen und gute Kontakte zu Anglikanern und zur Orthodoxie.