Der Generalsekretär der Caritas Europa, Herrmann Icking, hat den Rücktritt der EU-Kommssion als „große Chance für eine Reform an Haupt und Gliedern“ gewertet. Jetzt seien die Staats- und Regierungschefs gefordert die immer wieder geäußerten „frommen Wünsche“ nach mehr Transparenz, Demokratie und Bürgernähe in die Praxis umzusetzen. Dazu gehöre aber auch, so Icking, daß die Mitgliedsländer damit aufhören, Politiker in die EU-Kommission abzuschieben, die man zu Hause nicht (mehr) haben will. Konkrete Kritik übte Icking auch an dem „obskuren Umgang“ mit Geld. So sei es oft nur schwer nachvollziehbar, welche Organisationen im Rahmen der Sozialprogramme Geld bekommen, da es keine klaren Richtlinien gebe. Die Strukturprogramme für den Osten, so Icking, seien zum Teil purer Thatcherismus, bei dem sich Altkommunisten die Taschen füllen.