Tino liest ein Buch. In dem Buch steht: Gott ist überall. Tino legt das Buch weg und zieht seine Schuhe an. Tina fragt: „Wohin gehst du, Tino?“ „Ich gehe den lieben Gott suchen“, sagt Tino. „Oh“, sagt Tina. „Den lieben Gott kann man doch nicht sehen.“ -„Ich werde überall schauen“, sagt Tino. Er läuft in den Garten hinaus. Hier blühen Stiefmütterchen in einem runden Beet. Tino steht ganz still und schaut. Die Stiefmütterchen haben kleine, freundliche Gesichter. Tino schaut und wartet, aber er sieht nur Stiefmütterchen. „Ich werde anderswo weiter suchen“, sagt Tino. Da rührt sich etwas im Blumenbeet. Es huscht hiemlich hin und her. Tino beugt sich vor. Eine kleine Maus schaut zwischen den Stiefmütterchen hervor. Ihr Schnurrbart zittert, ihr Fell schimmert wie Seide. Tino freut sich. Die Maus verschwindet im Gras. Er rennt ihr nach. Die Maus huscht zwischen den Zaunlatten in den Nachbargarten. Tino findet eine große Lücke im Zaun und kriecht durch. Der Nachbar schneidet Holz. Mit der einen Hand hält er die Säge. Aber die Säge ist für zwei gemacht, nicht für einen. „Ich hätte schon immer gern gesägt“, sagt Tino. „Darf ich mitsägen?“ Später geht Tino zufrieden nach Hause. „Na?“ fragt Tina. „Hast du den lieben Gott gefunden?“ „Ich weiß nicht“, sagt Tino. „Aber morgen gehe ich ihn wieder suchen.“ Diese Tino-Geschichte von Lene Mayer-Skumanz, Herder-Verlag paßt gut zur heurigen Ostergrußaktion der Jungschar, bei der es um „Spuren des Lebens, der Freude und von Gott“ geht. Derzeit basteln im ganzen Land schon viele Kinder an kleinen Überraschungen für die kommende Ostergrußaktion.