Beim „Fest für mich und du“ am 20. November in St. Georgen/G. (siehe letzte Kirchenzeitung) waren auch „Bosna Quilts“ ausgestellt. Einen davon versteigert die Kirchenzeitung. Der Reinerlös kommt dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe in St. Georgen zu Gute.
„Cowlte, Quilt. Bauerndirnen trugen Quiltröcke. Narren gingen in Patchwork-Kleidern. Das gepolsterte einteilige Kleid japanischer Feuerwehrmänner wurde in Wasser gelegt. Quilts, von Matrosen genäht auf Walfang, während langer Monate auf See. Wieviele Stoffschichten schützten Brust und Rücken des Fußvolks im Mittelalter gegen Pfeil und Schwerthieb?“ – So führt der große Bildband „Vernähte Zeit“ (207 Seiten, S 690,–, Verlag Böhlau, Wien) im Kapitel „Der Panzer der Armen“ auf die Bosna Quilts hin, jene Patchwork-Arbeiten, die berührt werden möchten.
Fäden menschlicher Solidarität
Vor etlicher Zeit hat die Kirchenzeitung die Bosna-Quilt-Entstehungsgeschichte beschrieben: In Vorarlberg kam es zum Zusammentreffen von Künstlern und bosnischen Flüchtlingen. Die Künstlerin Lucia Feinig-Giesinger hatte damals die Idee, Entwürfe anzufertigen, die die bosnischen Frauen in arbeits- und zeitaufwendiger Handarbeit zu „Bosna Quilts“ („Bosnischen Decken“) umsetzen. „Die gesteppten Teppiche sind warm, füllig, die Nähte sichtbare Arbeit. Die Frauen sollten ihre Handschrift im Produkt hinterlassen.“ Die Bosna Quilt Werkstatt in einer Vorarlberger Kaserne entstand.
Der österreichische Botschafter in Sarajevo, Dr. Valentin Inzko, beschreibt die Quilts als Kulter (alpenländisch: schwere, mehrschichtige Zudecke) der Freundschaft, „genäht mit den Fäden menschlicher Solidarität, ein Patchwork, das Himmel und Erde wieder miteinander verbindet“, ein Netzwerk der Hoffnung.Bosna Quilts werden mittlerweile auch im bosnischen Gorazde hergestellt. Was in Vorarlberg begann und fortgesetzt wird, ist damit zum länderübergreifenden Kunstprojekt geworden. Eine Kunst, die auch Arbeit in einer schwierigen Situation gibt.
Unikate
Bosna Quilts sind Unikate, „gemeinsame Produkte voneinander Lernender, aufeinander in der Not Eingehender.“ Sie sind Wandteppiche etwa oder Bettüberwürfe, sie gehören dorthin, wo man sie nicht nur sieht, sondern auch begreifen kann.„Bosna Quilts“ – noch einmal blättern wir im Buch – „sind auch Grenzschilder und Warntafeln: Hier überschreiten Sie die Grenze sich selbst und dem kühlen Schauen gegenüber Kunst.“
146 mal 231 cm sind die Maße dieses Bosna Quilts aus Gorazde, der zur Versteigerung gelangt.
Ausrufpreis: S 21.000,–.
Versteigerungsaktion
Der oben abgebildete Bosna Quilt (146 mal 231 cm groß) wird zum Preis von S 21.000,– ausgerufen. Wer bis Montag, 13. Dezember, 10 Uhr das Höchstgebot (schriftlich oder im Internet und auf hundert Schilling gerundet) macht, erhält nach Einzahlung (Zustellung bis spätestens Montag, 20. Dezember) den Bosna Quilt. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.) Den Betrag, der den Ausrufpreis von S 21.000,– übersteigt, erhält der Arbeitskreis Flüchtlingshilfe in St. Georgen/G. für seine Arbeit.
So können Sie sich beteiligen: Schicken Sie den ausgefüllten Abschnitt längstens bis 13. Dezember 1999, 10 Uhr an die Kirchenzeitung der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz.
Auf der Kirchenzeitungs-Homepage im Internet (www.dioezese-linz.or.at/kirchenzeitung) veröffentlichen wir ab 2. Dezember, den aktuellen Stand des Höchstgebotes. (Ebenso informieren wir in der nächsten Ausgabe darüber.)