Seit einiger Zeit steigt auch in Österreich die Zahl derer, die als Erwachsene an der Taufe interessiert sind. Für solche Interessenten ist in der Kirche ein „Erwachsenenkatechumenat“ vorgesehen, d. h. ein längerer schrittweiser Prozess, während die Menschen Erfahrungen im Glauben machen (das ist nicht zu verwechseln mit dem Neokatechumenat). Dabei geht es um eine persönliche Gottesbeziehung, nicht so sehr um die Vermittlung von Glaubenswissen.Damit der Erwachsenenkatechumenat in Österreich bekannt wird und den Menschen angeboten werden kann, erarbeitet die Projektgruppe „pastorale Leitlinien“. Ein Handbuch, das grundlegende Orientierungen und praktische Hilfestellung gibt, soll diese Gruppe Ende 2000 veröffentlichen. Die Umsetzung und Errichtung entsprechender Stellen wird in den einzelnen Diözesen liegen.In einer ähnlichen Situation wie erwachsene Taufbewerber befinden sich erwachsene Firmkandidaten, Revertiten (Wiedereintretende), Konvertiten und Menschen, die zwar als Kinder getauft wurden, aber später vielleicht zum ersten Mal Interesse am Glauben haben. Für diese Personengruppen sollen die Impulse des Erwachsenenkatechumenats fruchtbar gemacht und in mehreren Modellen vorgeschlagen werden. Insgesamt geht es nicht um Quantität, d. h. um eine große Zahl, sondern um Qualität in der pastoralen Praxis. Hier ist eine größere Dynamik von den liturgischen Impulsen zu erwarten und von der Herausforderung, dass die interessierten Personen ganz individuell Tempo, Inhalt und Gestalt dieser Glaubensprozesse bestimmen – und nicht in ein vorgefertigtes „Kursprogramm“ einsteigen.
Projektgruppe „Neue Wege der Verkündigung“
Leitung: Erzbischof Georg Eder
In der Nacharbeit an den Ergebnissen der Salzburger Delegiertenversammlung zu den Dialoggruppen 1 und 2 (Gott suchen – Gott erfahren bzw. Die Frohe Botschaft heute verkünden) hatten folgende Themen Vorrang:
„Areopag-Orte“: hier geht es um die Frage, wo und wie die kirchliche Verkündigung an den „Marktplätzen“ der Gesellschaft von heute präsent sein kann.
„Orte des Glaubens“: die spirituelle Kraft des Glaubens soll auf unkomplizierte Art Menschen helfen, eine Beziehung zu Gott aufzubauen und zu vertiefen: wo und wie kann dies gelingen?
„Nach den Sakramenten“: während es heute viele Bemühungen in der Sakramentenvorbereitung gibt, fehlen weitgehend „Angebote“ für eine weiterführende Vertiefung im Glauben. Damit erscheint der Empfang der Sakramente oft als „Schlusspunkt“ statt „ein Schritt auf dem Weg“ zu sein. Wie können Menschen nach dem Empfang eines Sakramentes weiter im Glauben begleitet werden?
Als Ergebnisse sollen grundsätzliche Empfehlungen erarbeitet und den Bischöfen übergeben werden. Zur konkreten Umsetzung werden die verschiedenen Anregungen den Diözesen übermittelt.