Erlebnispädagogik war bisher ein Bereich in der Sozialarbeit mit auffälligen oder straffällig gewordenen Jugendlichen. Das Projekt „Grenzgänger“ richtet sich an Erwachsene.Zehn Tage hat eine Gruppe von Erwachsenen im unbewohnten Gebiet in Südböhmen unter freiem Himmel verbracht. Die Teilnehmer/innen waren zu Fuß unterwegs, trugen alles Lebensnotwendige im Rucksack mit, kochten auf offenem Feuer und schliefen im Wald.Die Tour war aber kein Abenteuerurlaub, die Natur sollte als Medium dienen, um die persönlichen psychischen und physischen Grenzen zu erfahren, anzunehmen und zu erweitern.Dieser Umgang mit den eigenen Grenzen, aber auch das Gehen entlang der Staatsgrenzen führte Kornelia Engleder vom Sozialverein B 37 und Alex Glas vom Verein Exit Sozial zum Projektnamen „Grenzgänger“.Es richtet sich an psychisch beeinträchtigte und wohnungslose Menschen. Die Teilnehmer/innen haben mit Tageswanderungen und Wochenenden ihre körperliche Kondition und das Interesse an der Gruppen- und Selbsterfahrung erprobt. Insgesamt dauerte das Projekt 25 Tage.Für die Teilnehmer/innen war das Projekt mehr als „nur“ Fußmarsch und Schlafen unter freiem Himmel. Eine Teilnehmerin meint etwa in einer Art „Tagebuch“: „Ich habe mir zuerst nicht vorstellen können, was das Erleben hier in diesem Ausgesetztsein mit meinem Alltag zu Hause zu tun haben soll. Und langsam wird mir klar, dass mir dieses andere gewohnte Umfeld und die Rückmeldungen aus der Gruppe helfen können, meine persönlichen Einstellungen herauszufinden und bewusst zu machen. Denn egal, wo ich bin, bin ich immer dieselbe und kann vor allem hier nicht vor mir davonlaufen.“