Dagobert Duck ist auf dem Weg nach Linz zu einer Ausstellung
Ausgabe: 1999/50, Sozialmaschine Geld, O. K.
14.12.1999
- Elisabeth Leitner
Geld bestimmt den Wert der Dinge. Besonders in der Weihnachtszeit ist Geld – in jeglicher Form – von großer Bedeutung. Dem Thema „Geld“ widmet sich eine Ausstellung, die unsere Bezahlungs-Einheit genau unter die Lupe nimmt.
Obwohl sich Geschäftsleute noch immer freuen, wenn das Geld in der Kasse „klingelt“, hat die Münze bald ausgedient. Kreditkarte, Bankomat und Internet-Shopping (per Computer) machen dem Schilling zusehends Konkurrenz. Die Bezahlung von Dienstleistungen wird immer abstrakter, und doch ist es das (nicht mehr greifbare) Geld, das den Wert der Dinge bestimmt. Die Ausstellung „Sozialmaschine Geld“ im Linzer Centrum für Gegenwartskunst beleuchtet Begriffspaare wie „Geld und Gier“, „Geld und Moral“ und geht der Kulturgeschichte des Geldes im Abendland nach. „Geld stellt den Einzelnen innerhalb der Gesellschaft in einen sozialen Zusammenhang. Geld benennt den Wert der Dinge ...“, so Konzeptenwickler Dr. Wolfgang Pircher. Der kulturgeschichtliche Teil der Ausstellung zeigt den Weg des Geldes anhand von Fallbeispielen und literarischen Texten und versucht die kulturprägende Kraft des Geldes aufzuzeigen. Der theoretische Ansatz wird durch die umfangreiche Fachbibliothek mit dem Titel„Was sie schon immer über Geld wissen wollten“ ergänzt. Die Bibliothek soll den Ausstellungsbesuchern interessante Einblicke in die Geschichte des Geldes bis ins 17. Jahrhundert ermöglichen.Die Aufarbeitung des Phänomens Geld passiert aber auch auf künstlerischer Ebene. Internationale Künstler/innen beschäftigten sich in ihren Werken mit den ökonomischen Gegebenheiten des freien Marktes: Warentausch, Dienstleistungsangebote, geschickte Vermarktungsstrategien wurden thematisiert (Konzept: Gottfried Hattinger). Der Besucher soll in der Ausstellung „Sozialmaschine Geld“ nicht nur als passiver Betrachter auftreten, sondern sich aktiv am Kunstgeschehen beteiligen. Der Kunstmarkt im O.K. – Museumsshop genannt – bietet Kunstprodukte zu erschwinglichen Preisen. Der „1. Linzer Kunstautomat“ in einer Bank-Filiale gibt nach Einwurf einer 200-Schilling-Münze, die am Schalter erhältlich ist, Originalkunstwerke frei. „Kunst und Geld machen dich glücklich“, hat der Künstler Ilya Kabakov auf die Münze geschrieben, die als Motiv eine Fliege zeigt, die wiederum auf die Vergänglichkeit der Werte hinweisen soll. Eine Ausstellung, die viele Sinne anspricht und dabei auf erfrischende Art nachdenklich macht. Sehr passend in einer Zeit, in der bei uns im Westen der Rubel am heftigsten rollt.
O.K. - Centrum für Gegenwartskunst, Dametzstr. 30, 4020 Linz.Tel. 0732/78 41 78. Beachten Sie dazu bitte unser Clubangebot!