Linzer Generalvikar Josef Ahammer kam dem Fall auf die Spur
Ausgabe: 1999/50, Aggsbach, Ahammer
15.12.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Auch aus der Diözese Linz hat der unter Betrugsverdacht stehende ehemalige Pfarrprovisor von Aggsbach (NÖ) Viktor D. vermutlich Geldbeträge veruntreut.
Generalvikar Mag. Josef Ahammer hat durch eine Rückfrage beim Erzbischof von Lodz den aus Polen stammenden Viktor D. enttarnt. Viktor D. hatte unter Vorlage eines angeblichen Bittschreibens der Erzbischofs jahrelang Mess-Stipendien „abgeholt“. In Lodz wusste man jedoch nichts davon, es kam auch nie Geld an.Die Verbindung zwischen der Diözese Linz und Lodz geht auf das Konzil zurück. Damals hat Bischof Dr. Franz Zauner dem Erzbischof von Lodz Unterstützung zugesagt. Der jetzt unter Betrugsverdacht stehende D. hatte sich angeboten, Geld persönlich zu überbringen.
Generalvikar Josef Ahammer hat vorgelegte Briefe des Seelsorgers schon im Mai und Juli nach Lodz geschickt – und die Antwort erhalten, dass diese nicht echt wären. Grundsätzlich empfiehlt der Generalvikar den Seelsorgern, Mess-Stipendien nicht an einzelne Seelsorger zu übergeben, sondern Geld nur an die Bischöfe zu überweisen, um so einen Missbrauch zu verhindern. Aus Linz hat Viktor D. im Lauf der Jahre mehrere hunderttausend Schilling erhalten, insgesamt wird von einer Betrugssumme von bis zu 25 Mio. Schilling gesprochen.
Ahammer hofft, dass zumindest ein Teil des Geldes noch sicherzustellen sein wird. Gott sei Dank, meint der Linzer Generalvikar, gebe es kein zweites Beispiel bei dem ein ähnlicher Verdacht vorliegt.