Ausgabe: 1999/50, Macao, China, Hogkong, Amaqua, Zur Sache
15.12.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Am 20. Dezember geht die portugiesische Kolonie, seit 1976 offiziell „Territorium unter portugiesischer Verwaltung“ an die Volksrepublik China über. Das chinesische „Aomen“ war frühester und letzter Außenposten Europas in Ostasien. In dem kleinen Fischerdorf auf der Westseite der Perlflussmündung, 60 Kilometer westlich von Hongkong, haben sich zwischen 1552 und 1557 Portugiesen angesiedelt. Der Name der Halbinsel mit den vorgelagerten Inseln geht wahrscheinlich auf die sehr populäre Seefahrergöttin Amaqua zurück, für Portugiesen und Missionare war es jedoch die „Stadt im Namen Gottes, Macao, es gibt keine loyalere“.Für die katholische Kirche gilt sie als der „Leuchtturm, von dem aus der Glaube in den ganzen Fernen Osten ausstrahlte“. So sind aus dem Territorium der 1576 errichteten Diözese bis heute über 600 weitere in ganz Asien hervorgegangen. Lange mehrheitlich katholisch (heute: 500.000 Einwohner, 4,6% Katholiken) gilt sie als „Tor zu China“. Jesuitenmissionare haben von hier aus ihre Tätigkeit im Reich der Mitte durch Studien und Forschung vorbereitet; die ersten christli-chen Bücher für Ostasien wurden hier gedruckt und der Ritenstreit entschieden. Nach 1949, als die Kommunisten in China die Macht übernahmen, haben vertriebene Missionare hier Zuflucht gefunden.