Am 19. Dezember endet eines der letzten Kapitel europäischer Kolonialgeschichte. Nach der 25 Jahre dauernden und letztlich blutigen Lösung für die portugiesische Kolonie Osttimor läuft nun die Zeit für Lissabon auch in Macao aus. Zwar wird Peking keine neuen Märtyrer schaffen, aber mit der „Stadt im Namen Gottes“, die wie ein Leuchtturm den Glauben im Fernen Osten ausstrahlte, scheinen sich die Kommunisten schwer zu tun. Auch sonst werden für die Kirche harte Zeiten anbrechen; unter den alten Patronen war leicht leben. Ihr Einfluss an oberster Stelle täuschte darüber hinweg, dass sie kaum chinesische Wurzeln hat. Ohne direkten Draht zur politischen Macht und ausreichend breite Basis muss sich die Kirche anstrengen, ab 20. Dezember alleine weiterzugehen.