„Weltweit leben heute mehr Kinder in Armut als noch vor zehn Jahren, auch in den Industrieländern“, stellt das UNO-Kinderhilfswerks (UNICEF) fest. In seinem „Bericht zur Jahrhundertwende: Die Welt hat für ihre Kinder nicht genug getan“, der vergangene Woche vorgelegt wurde, heißt es, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert seien die Unterschiede in den Lebensbedingungen der Kinder so groß wie nie zuvor. Zwar haben die neunziger Jahre den weltweiten Einsatz zugunsten von Kindern ein wichtiges Stück voran gebracht, doch seien viele Versprechen uneingelöst geblieben. Dem Bericht zufolge wachsen 600 Millionen Kinder in extremer Armut auf. Jährlich müssen noch immer über elf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag sterben – das sind rund 31.000 täglich. Die weitaus meisten würden leicht vermeid- und behandelbaren Krankheiten wie Masern und Durchfall erlegen.