1899 wurde Pennewang als erster oö. Pfarre ein Anbetungstag zugewiesen
Ausgabe: 1999/51, Pennewang, Anbetungstag
21.12.1999
- Martin Kranzl-Greinecker
In wenigen Tagen, wenn der Kalender sein Blatt wendet, wird nur mehr von Veränderung die Rede sein. Im Hintergrund aber läuft – von vielen unbemerkt – in fast allen oö. Pfarren ein gleichmäßiges Rad gläubiger Beständigkeit.
Obwohl es ein normaler Donnerstag war, versammelten sich am 2. Dezember viele Gläubige aus der Pfarre Pennewang mit Bischof Maximilian Aichern und Abt Gotthard Schafelner vom Stift Lambach zu einer abendlichen Festmesse. Der Grund dafür liegt genau hundert Jahre zurück: Am 2. Dezember 1899, damals der 1. Adventsonntag, eröffnete die Pfarre Pennewang die „Ewige Anbetung“. Der damalige Linzer Bischof Franz Doppelbauer hatte am Vorabend des letzten Jahrhundertwechsels für sein Bistum nach dem Vorbild anderer Diözesen diese Form des Gebets eingeführt. Ununterbrochen sollen an einem Ort der Diözese, so wollte es Bischof Doppelbauer, Menschen vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares beten. Jeder Tag wurde einer anderen Pfarre zugeteilt, die Nächte übernahmen die Ordensleute in Stiften und Klöstern. Die Einteilung überdauerte nun bereits hundert Jahre, auch während der Kriegszeiten wurde sie beibehalten. 1970 trug die Dechantenkonferenz den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung und beschloss die Möglichkeit, den Anbetungstag zu verändern oder auf wenige Stunden zu beschränken. Gleichzeitig wurde das Anliegen der Anbetung unterstrichen. Auch bei der Jubiläumsmesse in Pennewang betonte Bischof Aichern die Notwendigkeit der stillen Anbetung in einer lauten Zeit. Der Bischof dankte der Pfarre Pennewang stellvertretend für alle Pfarren für ihre Beständigkeit im Gebet.