Die Vorrangstellung der Eltern kommt diesen nicht aus sich selber zu. Auch nicht, weil Gott es ihnen geboten hätte. Es ist ein grundsätzlicher Anspruch, den Gott ihnen mit ihrem Elternsein gegeben hat und der für Eltern und Kinder gleichermaßen bedeutend ist. Nehmen beide Seiten diese Grundordnung ernst, ist ihr Verhältnis weder von willkürlicher Machtausübung noch von haltlosem Aufbegehren geprägt, sondern von gegenseitiger Ehrfurcht und Anerkennung getragen.
Denn der Herr hat den Kindern befohlen, ihren Vater zu ehren, und die Söhne verpflichtet, das Recht ihrer Mutter zu achten. Wer den Vater ehrt, erlangt Verzeihung der Sünden, und wer seine Mutter achtet, gleicht einem Menschen, der Schätze sammelt. Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den eigenen Kindern, und wenn er betet, wird er Erhörung finden. Wer den Vater achtet, wird lange leben, und wer seiner Mutter Ehre erweist, erweist sie dem Herrn.
Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betrübe ihn nicht, solange er lebt. Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nicht nach, und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft! Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.