Wie unsere Heimat vor 100 oder 200 Jahren ausgesehen hat, zeigt jetzt das Linzer Schlossmuseum.
Man darf davon ausgehen, dass die Hand des Künstlers und sein Auge alles ein wenig freundlicher behandelt haben, als es in Wirklichkeit war. Dennoch vermitteln uns alte Stiche und Zeichnungen mit Ortsansichten aus früheren Jahrhunderten ein anschauliches Bild davon, wie unsere Heimat vor hundert oder zweihundert Jahren ausgesehen hat. Im Linzer Schlossmuseum gibt es derzeit Oberösterreich in historischen Ortsansichten zu betrachten. Aus dem eigenen Bestand des Landesmuseums von etwa 6.000 Ortsansichten wurden rund 700 Bilder für diese bis Ende Oktober geöffnete Schau ausgewählt. „Von Ansicht zu Ansicht“ – so der Titel der Ausstellung <- werden die Besucher/innen gleichsam durch das gesamte Bundesland geführt. Die Ortsansichten, die grafischen Arbeiten mit Darstellungen der Stifte und Schlösser sowie die Naturschönheiten vom späten 16. bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert machen die seither erfolgten Veränderungen im Orts- und Landschaftsbild deutlich. Jedem Landesviertel, dazu noch extra dem Salzkammergut und der Landeshauptstadt Linz, ist ein eigener Raum der Ausstellung gewidmet. Am umfangreichsten ist die Sammlung historischer Ortsansichten aus dem Salzkammergut. Das Landesmuseum besitzt allein aus der kaiserlichen Sommerfrische Bad Ischl 300 historische Ansichten, von Hallstatt 250. Demgegenüber war das Mühlviertel bei den damaligen Künstlern viel weniger gefragt: Über Perg gibt es im Landesmuseum bloß 5, von Rohrbach 3 alte Ansichten. Zwar sind unter den ausgestellten Arbeiten auch prominente Künstler wie Matthäus Merian, Georg Matthäus Vischer oder Rudolf von Alt vertreten. Der Großteil der Bilder stammt jedoch von begabten „Amateuren“. Sie haben vor der Erfindung der Fotografie ihre Heimat mit Stichel, Feder oder Pinsel „abgebildet“.Anlässlich dieser Ausstellung zeigt das OÖ. Landesmuseum erstmals seine elektronische Bilddatenbank. Dadurch können die Ortsansichten über Internet von zu Hause abgefragt werden. Zur Ausstellung liegt auch ein Katalog mit rund 200 Abbildungen vor. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden eigene museumspädagogische Aktivitäten angeboten. Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 9 bis17 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertage von 10-16 Uhr geöffnet.