Die Kirche begeht den „Tag der Geistlichen Berufe“. Stifte und Klöster öffnen sich, um auch für Laien ein Stück „Geistlichkeit“ erleben zu lassen. Zum Beispiel im Prämonstratenserstift Schlägl.
Ruhe und Gelassenheit zu finden. Das war das eine, was sie wollten. Dann auch für sich selbst ein Stück weiterzukommen, ein Stück zu wachsen, denn sowohl die vielen kleinen Dinge des Alltags als auch die Anforderungen des Berufslebens drängen einen schnell in eine gefährliche Routine. „Anfangen – Wachsen mit Meditation“: So stand es im Seminarprogramm. Der Zeitpunkt: Ostern. Der Ort: das Stift Schlägl. Eine spirituelle Zeit, ein kirchlicher Ort mit einer Tradition mönchischen Lebens, das bietet für sich den guten Rahmen, der Menschen aus der Reserve heraus zu locken vermag. Seit 1993 bietet das Prämonstratenserstift Schlägl mit dem Seminarzentrum die Möglichkeit zu Erholung, Bildung oder auch zu Tagungen mit der Anschluss an das mönchische Leben im Stift. Die Gäste sind eingeladen sich am im Stift besonders gepflegten Chorgebet, das im gregorianischen Choral gesungen wird, zu beteiligen. So erlebten es auch die Teilnehmer am Meditationsseminar mit August Höglinger und Helmut Schwandl zu Ostern. Solche Seminare sind sehr gefragt, gibt man im Stift Auskunft. Sowohl die Gemeinschaft in der Gruppe als auch die Gesprächsmöglichkeit mit Chorherren verhelfen dazu, einmal ein Stück aus sich herauszugehen. „Ostern 2000 ist uns so tief unter die Haut gegangen“, berichtet ein Seminarteilnehmer. Im Stift Schlägl strebt man kein weltabgewandtes Christentum an. Im Gegenteil: Man soll das Leben auch genießen lernen. Dass Schlägl die einzige Stiftsbrauerei Österreichs führt, hat mit dieser für Lebensfreude offenen Haltung zu tun. Vielleicht war es mit ein Grund, warum das Stift Schlägl im Vorjahr zum „Sommerstift 1999“ gewählt worden ist.