Unliebsame Überraschungen: Nicht hinter allem steckt gleich der Teufel
Bei Satanismus-Alarm ist Vorsicht geboten, denn die Sache ist zu ernst
Ausgabe: 2000/19, Satanismus, Teufel,
09.05.2000
- Martin Kranzl-Greinecker
„Der Bund mit dem Teufel“ oder „Jugendliche verfallen Satanskult“ lauteten Schlagzeilen der letzten Woche.
Hinter den Berichten stehen Vorfälle, die sich bereits vor über einem Monat in Ort im Innkreis und in Leonding ereignet haben. In beiden Fällen erhielten die Pfarrkirchen ungebetenen Besuch. Sowohl in Ort als auch in Leonding war durch unbekannte Täter leichter Schaden angerichtet worden, in beiden Kirchen übrigens nicht zum ersten Mal.
Weil in Leonding Kreuze von ihren Haken gerissen und in Ort Liederbücher angezündet wurden (Gott sei Dank ohne größere Folgen!), wurde schnell und laut über satanistische Hintergründe der Tat spekuliert.
Gendarmerie ist vorsichtig
Die ermittelnden Gendarmen in Leonding und in Antiesenhofen (zuständig für Ort) sprechen keineswegs von erhärteten Verdachtsmomenten in Richtung Teufelskult. – Es besteht aber kein Zweifel, dass es in OÖ Anhänger/innen satanistischer Rituale gibt und dass diese Phänomene bedrohliche Ausmaße annehmen können. In den beiden letzten Fällen können allerdings ebensogut Bosheit oder Unüberlegtheit als Ursache in Frage kommen. Kirchen sind leider vor unliebsamen Überraschungen nicht gefeit. So geriet am Karfreitag in der Hargelsberger Kirche ein Seitenaltar durch Kerzen in Brand. Im letzten Herbst wurde in der Eferdinger Kirche mehrfach gezündelt. Immer wieder werden Opferstöcke von Langfingern geknackt (wie zuletzt in Schneegattern, Lochen, Jeging, Munderfing, Schalchen, Uttendorf, Mauerkirchen, Mettmach oder Neumarkt/H.). Wo nicht ständig jemand in der Kirche oder der Eingang einsehbar ist, bleibt meist nur die Möglichkeit, die Kirche tagsüber zu versperren.