Vor dem Verzicht auf das Gewissen und blindem Gehorsam warnt Bischof Maximilian Aichern bei den Befreiungsfeiern von Mauthausen.
Wären die Menschen dem Weg Jesu gefolgt, man bräuchte sich heute nicht beschämt der Ereignisse von damals zu erinnern. Superintendent Mag. Hansjörg Eichmeyer ging mit diesen Worten in einem zusammen mit Bischofsvikar Willi Vieböck und Metropolit Michael Staikos gefeierten ökumenischen Gottesdienst der dunklen Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen auf den Grund. Offiziell waren es über 14.000 Leute, die an der diesjährigen Gedenkfeier teilnahmen. Die offizielle Ansprache von Diözesanbischof Maximilian Aichern, der sich kurzfristig im Spital aufhalten musste, wurde von Bischofsvikar Vieböck vorgetragen. „Es geht nicht um Rache und Vergeltung, wohl aber um die eindringliche Erinnerung, was ideologische Hetze und Diffamierung, was Kritiklosigkeit und blinder Gehorsam, Verzicht auf das eigene Denken und das eigene Gewissen anrichten können“, hieß es in der Bischofs-Ansprache. Und weiter: „Wir schulden es den hier gequälten und ermordeten Menschen, die Erinnerung an das, was ihnen angetan wurde, lebendig zu halten und die Konsequenzen für unsere heutige Gesellschaft daraus zu ziehen.“