Die Ernennung von weiteren Kardinälen war mehr als nur eine Überraschung – vor allem für Deutschland. Karl Lehmann wurde doch in den Kreis der Purpurträger aufgenommen. Denn bis zu seiner Wahl vor 14 Jahren zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz galt dieses Amt quasi zu den Fixstartern im Kardinalskollegium. Dass der Mainzer vier Mal nicht berufen wurde, sahen viele als Ausdruck der Unzufriedenheit des Papstes mit seinem Kurs. Vor allem gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen und in der Schwangerenberatung. In dieser Frage kam es vergangene Woche zur weiteren Entspannung. Der Limburger Bischof Franz Kamphaus war als Einziger aus Gewissensgründen nicht aus dem staatlichen Beratungssystem ausgestiegen. Nach dem von Rom verordneten Ausstieg ist es um so überraschender, dass dort sein Alleingang nun akzeptiert wird. Die vergangene Woche hat eine unerwartete Klimaveränderung zwischen Deutschland und Rom gebracht.