Im Bezirk Krems in Niederösterreich hat Ende Jänner eine 18-jährige Schülerin ihr neugeborenes Kind getötet. Sie hatte die Schwangerschaft und Geburt des Babys Eltern und Freundinnen gegenüber verheimlicht. Wenige Tage später wurde in der Toilette eines Marktes in der Nähe von Lienz ein neugeborener Säugling gefunden. Der Bub wurde rechtzeitig entdeckt und ist wohlauf. „Jüngere Mütter, die sich durch eine ungewollte Schwangerschaft in einer für sie ausweglos scheinenden Situation befinden, neigen eher dazu, das Kind zu töten, ältere Frauen legen es meist an einen Platz ab, wo es gefunden wird“, sagt Anna Geiss -Wittmann. Die Leiterin des Sozialdienstes katholischer Frauen im bayerischen Amberg bietet Müttern in derartigen Extremsituationen Hilfe an. Sie können ohne Namensnennung in der Beratungsstelle ihr Kind abgeben bzw. im Kreiskrankenhaus anonym ihr Baby zur Welt bringen. In Österreich änderte letzte Woche der Nationalrat den § 197 des Strafgesetzbuches. Eine Mutter, die ihre Baby an einem Ort, wo es voll versorgt ist, abgibt, begeht keine strafbare Handlung mehr. Damit wurde auch eine Tür in Richtung anonyme Geburt geöffnet. Babyklappen (-nester) gibt es u. a. bereits in Wien und in Oberösterreich (Kinderklinik Linz und Krankenhaus Ried).