In unseren Zeitungen, den Radio- und Fernsehsendungen sind sie eher selten – die guten Nachrichten. Aber es gibt sie. Zum Beispiel: „Rettung: Steirischer Klein-Lkw stürzte in die eiskalte Gurk – Bruder rettete Lenker vor dem Ertrinken.“Von Rettung lesen wir da und freuen uns über den mutigen Retter. Wir lesen freilich oft auch das Gegenteil. Wenn es um die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen geht, gibt es nur allzu viele, die nichts sehen, die nichts hören und nichts sagen und die keinen Finger rühren. Diese Leute sind, bildlich gesprochen, blind und taub und stumm und lahm. Und ich werde mich wohl auch selber fragen müssen, ob nicht auch ich in diesem Sinne blind und taub und stumm und lahm bin. Doch genau das soll nicht so bleiben, wenn der Prophet Jesaja sagt: „Gott selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf.“ (Jes 35, 4–6)Wo Gott in unser Leben kommt, da geschieht etwas, das wir Rettung nennen – ein Wort, das in der Bibel oft vorkommt und das wir auch mit Glück und Heil übersetzen könnten. Wo aber von Unheil und Heil die Rede ist, da bietet sich fast von selbst das Heilen als Vergleich an: Das Heil für einen Blinden ist das Sehen-Können. Das Heil für einen Taubstummen ist das Hören- und Reden-Können. Das Heil für einen Lahmen ist das Sich-wieder-rühren-Können. Wer wirklich krank ist, der weiß, was ihm fehlt, der weiß, was er braucht: Heilung. Und solches Heil verspricht und gibt Gott jenen, die auf sein Kommen warten und ihr Leben nach seinem Wort ausrichten. Ermutigen will Jesaja mit seiner guten Nachricht, wenn er seinen Zuhörerinnen und Zuhörer sagt: „Macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest! Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott … Gott selbst wird kommen und euch erretten.“ (Jes 35, 3–4)