Dr. Franz Daringer, leitender Arzt des Kneipp-Kurhauses der Marien-schwestern in Aspach
Ausgabe: 2001/06, Gsund bleiben, Lungenasthma
06.02.2001
Bronchialasthma ist genau genommen eine chronische Entzündung. Der anfallsartige Husten, die Atemnot und Beklemmung sowie die Atem-geräusche Pfeifen, Brummen und Rasseln sind eine Übererregbarkeit der Bronchien. Diese Überreagibilität hat viele Ursachen. Eine Vererbung kann vorliegen. Häufig laufen echte allergische oder pseudoallergische Mechanismen ab. Der wichtigste Risikofaktor ist die Hausstaubmilbe (bereits in der Kindheit). Behaarte Haus-tiere (Katze, Hund ...) kann man leicht als Auslöser fest-stellen, schwieriger ist der Beweis einer Schimmelpilzbelas-tung. Die Allergiesaison kommt jedes Jahr mit den Gräser-, Sträucher- und Baumpollen. Seltener sind Belastungen durch Nahrungsmittel, (be-rufsbedingte) Belastungen durch Mehle, Backhilfsmittel, Isocyanate, Holzstäube, Latex und bestimmte Pflanzen. Ficus Benjamina z. B. oder die Wildseide können eine allergische Reaktion auslösen.
Die Liste der Nahrungsmittel-Allergene ist lang und muss für den Einzelnen genau hinterfragt werden. Meeresfrüchte, Äpfel, Nüsse, Sellerie, Kräuter u. a. können allergische Reaktionen auslösen, häufiger handelt es sich aber um Unverträglichkeiten, z. B. bei Alkohol (Rotwein), Ananas, Erdbeeren, Kakao, Schalentieren, Avocados, Bananen, Käse, Sauerkraut und Champagner. Es gibt auch nicht allergische Auslöser des Bronchialasthmas: Rauchen (auch passiv), die Luftverschmutzung, Konservierungsmittel (Nahrung), Medikamente (Rheumamittel, Betablocker), Virusinfekte, kalte Luft, körperliche Belastung und psychischer Stress. 2. Teil – „Behandlung“ – folgt