Anders als in Belgien und in den Niederlanden nimmt die österreichische Politik die Frage der Sterbebegleitung in den Blick. Während man dort die Tötung durch den Arzt auf Wunsch unheilbar kranker Menschen (Euthanasie) straffrei gestellt hat, treten in Österreich alle Parlamentsparteien für den Ausbau einer humanen und medizinisch kompetenten Sterbebegleitung ein. Vergangenen Mittwoch beschloss der Nationalrat die Abhaltung einer parlamentarischen Enquete. Unter dem Titel „Solidarität mit unseren Sterbenden – Aspekte einer humanen Sterbebegleitung“ werden am 29. Mai Politiker und Interessenvertreter gemeinsam mit Vertretern der Religionsgemeinschaften, der Ärzteschaft, des Pflegedienstes und der Hospizverbände diskutieren. Grundsätzliche ethische Aspekte (Referat von Kardinal König) sollen dabei ebenso angesprochen werden wie Fragen der Organisation und Finanzierung einer optimalen Sterbebegleitung. Bis zu dieser Enquete dürften auch die ersten Vorschläge zu einem Karenzurlaub für pflegende Angehörige vorliegen. Wirtschafts- und Arbeitsminsiter Barteinstein hat dafür eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt. Die ersten Entwürfe, wie so eine Karenz aussehen könnte, wurden ministeriumsintern diese Woche vorgelegt und diskutiert.