Etwa 50 Jugendliche haben sich am vergangenen Wochenende im mehrstimmigen Gesang geübt. Mit viel Spaß, wie deutlich zu hören war.
Strahlender Sonnenschein, grüne Wiesen, Ruhe am Land, und dazwischen fröhliches Singen – mehrstimmig. Mittagspause beim Singwochenende im Gästehaus Weikersdorf in Alberndorf im Mühlviertel. Etwa 50 junge Leute aus der Diözese Linz sind dabei. Vom Teenager-Alter bis über 30. Sie möchten neue Lieder und Leute kennen lernen, und vor allem eines: Singen.
Lieder für zu Hause
Die meisten Teilnehmer/innen singen daheim im Jugendchor mit. Sie wollen Lieder mit nach Hause bringen, die sie mit dem Chor einstudieren werden. Nur wenige kommen alleine. Die meisten sind regelrechte „Delegationen“ ihres Chores. So wie Josef Felberbauer aus Garsten. Er ist zum sechsten oder siebten Mal am Singwochenende. So genau weiß er das selbst nicht. Daheim singt er in einer Singgruppe mit etwa zehn anderen. Sie gestalten Hochzeiten oder Gottesdienste musikalisch. Was er vom Singwochenende mit nach Hause nimmt? „Ich habe die Lieder in einer Mappe gesammelt und was uns gefällt, werden wir verwenden.“ So wie Josef sind etwa die Hälfte der Teilnehmer/innen schon mindestens einmal am Wochenende dabei gewesen.
Petra Wakolbinger ist zum ers-ten Mal beim Singwochenende. Sie hat sich kurzfristig entschlossen zu kommen und ist deshalb alleine. Sie wollte einfach mit anderen Leuten im Chor singen. Zu Hause singt Petra im Kirchenchor mit. „Ich werde wahrscheinlich schon Vorschläge machen, was wir singen könnten“, sagt sie.
Ein Erfolg seit 20 Jahren
Josef Habringer leitet das Wochenende. Er ist Leiter des Kirchenmusik-Referates der Diözese Linz. Er erzählt, dass es diese Veranstaltung seit etwa 20 Jahren jährlich gibt. „Da war ich grad erst auf der Welt!“, meint dazu eine Teilnehmerin. Habringer hat diese Veranstaltung als damaliger Pastoralassistent der Kath. Hochschulgemeinde aufgebaut. Der Erfolg hat dazu geführt, dass sie sich ausgeweitet hat. Das Singwochenende ist jetzt eine Veranstaltung seines Referats und der Katholischen Jugend Oberösterreich.
Spaß an der Sache
Am Programm stehen vor allem Spirituals und neue geistliche Lieder, die auch vom Text her für die Liturgie geeignet sind. Die Teilnehmer/innen bekommen auch Tipps zum Singen – etwa Atem- und Stimmübungen. Ganz wichtig ist für Josef Habringer der Spaß an der Sache. „Es ist schon nötig, dass man probt und arbeitet, aber nicht zu viel. Da wird man so verbissen und das ist nicht gut“, lautet seine Erklärung dafür, warum ein Chorleiter auch „Entertainer“ sein soll.Betrübt ist Habringer darüber, dass „ganz junge Jugendliche“ kaum für dieses Wochenende zu motivieren sind. Er wünscht sich jemanden, der zu dieser Gruppe Zugang findet. Kirchenmusik-Referat und Kath. Jugend sollten hier enger zusammenarbeiten. Auch um Kontakt zu den Jugendchören in der Diözese zu bekommen.Bis zu 80 Sangesfreudige finden jedes Jahr den Weg nach Weikersdorf. Doch insgesamt singen Jugendliche immer weniger. „Wir müssen alles tun, damit Jugendliche singen“, meint deshalb Josef Habringer. „Das ist nicht nur aus kirchlicher Sicht, sondern gesellschaftlich ein Problem. Wir müssen schauen, dass wir die Lust am Singen fördern, wo’s nur geht.“