Die Kirche am Resthof ist kein sentimentaler Rückbezug auf die Kirche im Dorf, sondern ein Bau des 21. Jahrhunderts, so der Diözesankunstreferent Dr. Conrad Lienhardt: Die neue Kirche zeigt Offenheit und lädt ein zur Kommunikation.
Turm, Kreuz, Glocken – auf alles, was traditionellerweise an eine Kirche erinnert, hat man bei der Franziskuskirche im Resthof bewusst verzichtet. Auffallendster Teil des Gebäudes ist ein sechs Meter hoher Glaskubus, für den der amerikanische Lichtkünstler Keith Sonnier Ende Oktober 2001 eine Neonlichtinstallation gestalten wird. Das Werk greift das Motiv des Fisches auf, ein uraltes christliches Symbol. Die Pfarre hofft, dass Kubus und Fisch zum Wahrzeichen des 5.500 Bewohner zählenden Neubau-Stadtteils Resthof werden.
Zwei Glasfronten – eine davon an der Eingangsseite – geben von außen den Blick in den Gottesdienstraum frei. Wer an der Bushaltestelle wartet, zu Fuß oder mit dem Auto auf den Straßen um die Kirche unterwegs ist, kann – vor allem abends – das Geschehen in der Kirche mitverfolgen. Mit dieser Durchsichtigkeit und Offenheit wolle man neugierig machen und einladen hereinzukommen, so Pfarrer P. Josef Essl.
Neue Perspektiven
Vom Kirchenbesucher aus gesehen entsteht durch diese besondere Durchlässigkeit ein Gefühl von Weite und Offenheit. So schließt sich an die Glasfront im Osten ein Wasserbecken an und mit einem Innenhof wurde ein „Stück Landschaft“ in die Kirche geholt. Der Hof mit einem Ahornbaum ist nicht zu betreten, durch Glasfenster können die Kirchgänger aber den Wechsel der Jahreszeiten miterleben.Der Kirchenbau stellt sich als eine Folge von Räumen dar, erläutert Architekt Peter Riepl sein Konzept. Vom Vorplatz über die Loggia mit Vordach bis zu Kirche, Werktagskapelle und Innenhof gibt jeder Raum Einblicke und Ausblicke auf das Wohnquartier Resthof.
Der Kirchenbau kostet ein-schließlich der Außengestaltungen 39,5 Mio Schilling. Davon bezahlt 31 Mio Schilling die Diözese Linz aus Kirchenbeitragsgeldern, 4,5 Mio übernehmen das Land OÖ und die Stadt Steyr, 4 Mio Schilling verbleiben der Pfarre.