Ausgabe: 2001/21, Marcsri, Ratzenböck, Sri Lanka, Urlaub, Clubs, Kinder
22.05.2001
- Judith Moser
Seit acht Jahren besucht Elfriede Ratzenböck jedes Jahr ein Heim für behinderte Kinder in Sri Lanka. Die Begegnungen haben Kreise gezogen – dort und in ihrer Heimat.
Ob die jährlichen Einsätze Sinn machen, diskutieren oft auch jene, die wie Elfriede Ratzenböck „Marcsri“ besuchen. „Die Kinder kriegen vielleicht für vier Wochen mehr Aufmerksamkeit“, erklärt Elfriede Ratzenböck den scheinbar geringen Nutzen der Aktion. Die Kinderkrankenschwester weiß aber, dass diese Aufmerksamkeit sehr viel bedeutet. „Vor allem das Spielen ist für die Kinder wichtig. Sie werden zwar gepflegt, aber es beschäftigt sich niemand mit ihnen.“
Arbeitseinsatz
Am Beginn der Freundschaft stand ein Arbeitseinsatz in Sri Lanka bei „Marcsri“, organisiert vom Arbeitskreis Wiener Neustadt.Marcsri wurde einige Jahre von Wiener Neustadt aus finanziell und mit Arbeitseinsätzen unterstützt, bis andere Projekte die Hilfe nötiger brauchten. Einigen Besucher/innen, war es weiter ein Anliegen, und so entstand vor zehn Jahren der Verein „Marcsri“ in Leonding bei Linz. Der Name ist eine Kombination aus „Marcus“ und „Rita“. Als der Mann (Marcus) von Rita Perera gestorben war, hat die kinderlose Witwe Menschen aufgenommen, die nach der Entlassung im nahen Krankenhaus auf der Straße gelandet waren. Mit Unterstützung von Hilfsorganisationen sind daraus etwa zehn Altenheime entstanden, ein Waisenhaus und jeweils ein Heim für behinderte Kinder und Jugendliche.
Seit 1991 besuchen bis zu zehn Leute aus Österreich und Südtirol jedes Jahr für mehrere Wochen Marcsri. Zwei bis drei Leute sind tatsächlich von Anfang an dabei, die übrigen sind neu dazugekommen, andere haben aufgehört. Elfriede Ratzenböck arbeitet im Heim für behinderte Kinder.„Die Kinder sind versorgt aber nicht betreut“, so drückt das Frau Ratzenböck aus. Der Grund dafür sei aber nicht speziell in Marcsri zu suchen, sondern Ausdruck der Gesellschaft in Sri Lanka. Sie ist davon überzeugt, dass sich durch die Besuche auch die Pfleger/innen mehr bemühen. Die hygienischen Bedingungen haben sich zum Beispiel verbessert. Die Versorgung der Menschen in den Heimen ist durch Sponsoren gesichert. So hat etwa ein deutsches Ehepaar Geld für Lebensmittel für das Kinderheim für die nächsten Jahre gespendet.
Freundschaften
Natürlich entstehen mit den regelmäßigen Besuchen auch echte Freundschaften oder Zusammenarbeit, wie die Partnerschaft zwischen den Pfarren Peuerbach und Mattakulija in Colombo. „Oft fährt man auch für sich selber hin“, sagt Elfriede Ratzenböck. Die Faszination macht nicht nur die Freude der betreuten Kinder aus, sondern auch das Zusammenarbeiten mit Menschen aus verschiedenen Ländern und nicht zuletzt auch das Land Sri Lanka selbst.