Das „ World Wide Web“ (www) feiert seinen zehnten Geburtstag. Mittlerweile sind über drei Millionen Österreicher/innen „online“. Das Netz weitet sich aus – auch die Kirche ist stark vertreten.
1991 hat Tim Berners Lee das Internet „erfunden“. Das „www“ wurde geboren. Weltweit wird die Zahl der Internetbenutzer/innen im Jahr 2001 auf 407 Millionen Menschen ansteigen. Das Internet bietet enorm viele Vorteile: Wer z.B. nicht nach Rom pilgern will, kann zumindest die Homepage des Vatikan besuchen: 53 Millionen Menschen machen davon monatlich Gebrauch.
Derzeit können 3,4 Millionen Österreicher/innen das Internet nutzen: zum Surfen (z.B. Suchen nach Informationen im Internet), Chatten (Gesprächsrunden) oder E-Mails versenden (elektronische Post verschicken). 53 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen surfen im Internet. Der typische „Internet-User“ in Österreich ist männlich und zwischen 14 und 19 Jahre alt. 86 Prozent dieser Altersgruppe sind regelmäßig im Internet unterwegs. Je älter, umso seltener die Besuche im Internet: Bei den über 60-Jährigen greifen nur noch 7 Prozent auf diese neue Kommunikationstechnologie zurück.
Mehr Gutes als Böses
Im Vatikan ist zur Zeit ein neues Dokument über „Ethik im Internet“ in Vorbereitung. Der Präsident des Päpstlichen Medienrates Erzbischof Foley stellte kürzlich fest: „Wie alle Kommunikationsmedien bietet aber das Internet mehr Gelegenheit zum Guten als Versuchung zum Bösen. Es ist nur die Frage, wie wir es nutzen“. Problemfelder seien die Gefährdung der Privatsphäre, die Verletzung von Urheberrechten und die Verbreitung von Pornographie. Auch die „Internet-Sucht“ stellt ein Problem dar, so Medienrat Foley. In Österreich sind derzeit 30.000 Menschen netzabhängig. „Ich verbringe zehn Stunden im Netz. Bevor ich von Alkohol oder Drogen abhängig bin, bin ich lieber noch www-süchtig. Naja, wir sind halt Cyberkinder!“, erklärt Internetfreak Christoph per Mail. „Gefährdet sind besonders Alleinstehende und Arbeitslose sowie Personen mit einer unsicher-unreif-gehemmten Persönlichkeitsstruktur“, erläutert Internet-Experte Dr. Hans D. Zimmerl.
Wer im wirklichen Leben kontaktscheu ist, kann sich im Internet darüber hinwegtäuschen, so das Ergebnis der ersten deutschsprachigen Studie über Internetsucht. In der ganzen Welt zuhause, aber doch allein vor dem Computer – die Gefahr der Vereinsamung ist groß. Kritisch beäugt Dr. Jozef Niewiadomski, Professor für Dogmatik in Innsbruck, die neuen Medien. Eine weltweite Kommunikationsgemeinschaft entstehe dadurch nicht. Homepages sollen der Information dienen. „Als Orte einer expliziten spirituellen Erfahrung werden die Webseiten nicht betrachtet“, so seine Erfahrung.
Während die realen Kirchentüren immer seltener geöffnet werden, kann die Kirche über fehlende Besucher/innen im Netz nicht klagen. Vielfach ist das Erstaunen groß, wie professionell und einladend die Kirche im Netz in Erscheinung tritt. So lobpreist Angela Sellner in der Zeitschrift „E-Media“ (Nr. 8, April) die katholische Internetpräsenz mit folgenden Zeilen: „Von der katholischen korrekten Web-Information bis zu Internetgottesdienst und Online-Beichte überraschen Fülle und Professionalität dessen, was die Cyber-Hirten ihren surfenden Schäfchen anbieten“.
Seelsorgliche Hilfe im Netz
Der „Gott aus dem Internet“ ersetzt nicht die leiblich erfahrbare Kommunikationsgemeinschaft Kirche. Sakramente lassen sich auch nicht per Mausklick abrufen. Aber die Anomymität des Internets ermöglicht Kontakte, die sonst nicht mehr stattfinden, berichten Internet-Seelsorger wie Netpfarrer Leo Thenner aus Graz. „Ich versuche Hoffnung zu geben.“ Und das geht auch im Netz.
Kirche im Netz
Der „Internet-Guide Religi@n“ ist das erste Handbuch zum Thema Religion im Internet: mit 800 Adressen von der Orthodoxen Kirche bis zu Cyberreligionen, Sekten, einer Einführung ins Internet, Begriffserklärung, Suchmaschinen ... Preis S 123,–.
Die diözesane Homepagewww.dioezese-linz.at bietet u.a. Informationen über die Einrichtungen (Pastoralamt, Pfarren, Bildungshäuser, ...) der Diözese Linz.
www.kath.at – die kath. Online Community – ist eine Begegnungsmöglichkeit für sozial-engagierte, katholisch interessierte, ökumenisch orientierte Menschen. „Wer hilft wie?“ - Adressen von sozialen Einrichtungen, die Hilfe anbieten, können ebenfalls erfragt werden.
Nachrichten per Mausklick von der Kath. Presseagentur gibt´s unter www.kathpress.co.at
Die Plattform der Kath. Kirche im Netz nennt sich www.kath-kirche.at, die Plattform der Evangelischen Kirche: www.evang.at