Das Phänomen „Totentanz“ im Benediktinerstift Admont
Ausgabe: 2001/36, Admont, Totentanzkongress
04.09.2001
- Donata Stockhammer
Philologen, Theologen, Kunsthistoriker, bildende Künstler und Musiker – vereint, um dem Phänomen „Totentanz“ auf den Grund zu gehen.
Der Totentanz ist eine kulturelle Erscheinung des ausgehenden Spätmittelalters, um dem Menschen seine Sterblichkeit vor Augen zu führen. Die Quellen liegen in den „Vado-mori“ Geschichten des 13. Jahrhunderts, in denen sich Repräsentanten der einzelnen Stände darüber beklagen, dass sie sterben müssen.Die Tradition des Totentanzes entstand unter dem Eindruck der Pestepidemien. Angeführt vom personifizierten Tod tanzten Mann und Frau, Kaiser und Bettler, Reich und Arm, Jung und Alt dem Gericht Gottes entgegen. Mit Texten versehene Bilderzyklen zierten Friedhofsmauern, Kirchen und Brücken.In der frühen Neuzeit, im Barock und im 20. Jahrhundert beeinflusste der Gedanke des alle Menschen bedrohenden Todes sämtliche Sparten der Kunst, von der Malerei über die Literatur bis hin zum Musical und zum Video-Clip.
Totentanz-Vereinigung
Die Geschichte der europäischen Totentanz-Vereinigung lässt sich bis in die 70er Jahre zurückverfolgen. Ziel dieser Vereinigung ist die Sammlung, Pflege und wissenschaftliche Aufarbeitung des nahezu ganz Europa umfassenden Phänomens „Totentanz“. Ein weiteres Anliegen der Totentanz-Vereinigung, deren deutsche Sektion zu Zeit etwa 150 Mitglieder hat, ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades dieses Genres.Beim Totentanzkongress wird eine Reihe interessanter Vorträge geboten, nähere Informationen dazu im Stift Admont.