Gaudete! – „Freut euch!“ steht als Programm und Richtungsweisung über der liturgischen Feier des dritten Adventsonntags. Freut euch, denn Gott wird kommen. Ein aufmerksames Erleben der Adventzeit ruft uns zur Freude auf. Unsere Herzen dürften höher schlagen. Das Evangelium, das wir Sonntag für Sonntag hören, ist eine Frohe Botschaft. Und doch können wir uns nicht auf Anordnung freuen. Gerade nicht in Zeiten wie diesen, wo Krieg, Terror und Verbrechen aller Art zur Tagesordnung gehören. Da stellt sich bald die Frage nach einem Anlass der Freude ein. Worin ist sie begründet?
Wenn Menschen von Gott sprechen, deuten sie gerne zum Himmel, ja blicken hinauf. Aber Gott wohnt nicht fern von uns, sondern lebt in seinem Volk, geht mit uns und ist uns nahe. Schon Gottes Name weist unmissverständlich darauf hin: Gott ist der „Ich-bin-da“. Gott ist für uns da: gestern, heute, morgen, immer. Diese beständige Zuversicht kann uns mit Freude erfüllen und alle Resignation verdrängen. Die Nähe Gottes ist noch dazu mehr als Anwesenheit. Sie ist keine statische, sondern eine dynamische Nähe. Gott spricht uns an und schenkt uns sein Wort. So können wir seinen Willen erfahren, unser Leben verstehen und unseren Glauben gestalten.
Von Sternstunden des Glaubens berichten die alttestamentliche Lesung und das Evangelium des dritten Adventsonntags. Die Lesung aus dem Buch Jesaja ist ein apokalyptischer, ein auf das Weltende hinweisender Text. Er spricht von dem, was einst sein wird. Dann, wenn Gott kommen wird, wird alles gut sein. Jesaja verkündet diese Worte in einer ganz besonderen Situation. Er schildert die Rückkehr des Volkes Israel aus der babylonischen Gefangenschaft. Frei von Groll und Rache soll das Volk heimkehren. Gott wird mit ihm gehen und es begleiten. Ein neues, freies Leben in Frieden steht ihm bevor. Auch im Evangelium wird von diesem guten Leben unter den Menschen berichtet. Es gibt zwar keine massiven Beweise dafür, dass Jesus der von Gott gesandte Retter und Messias ist. Jedoch werden die Fragen des Johannes aus dem Gefängnis mit dem Hinweis auf verschiedene Zeichen des Heiles beantwortet.
Unser Glaube ist nun einmal nichts für ewig jammernde Griesgrämige. Dass Gott Mensch wurde und mit uns geht, ist Grund unserer Freude. Dies zu leben sind wir aufgerufen: immer und besonders im Advent. Statt Trübsal zu blasen und die Gegenwart zu beklagen, dürfen wir uns anstecken lassen vom Traum einer freudigen, froh machenden Kirche, die Wirklichkeit werden will und wird. Gott ist in unserer Mitte, wir haben nichts zu befürchten.
Maria Eicher ist Pastoralassistentin der Stadtpfarre Traun und lebt in Leonding/OÖ.