Ausgabe: 2001/50, Taufe, Leeb, Kurt Leeb, Gott, Unfall
17.12.2001
- Josef Wallner
„Ich war innerlich befreit und froh. Ich habe nicht geglaubt, dass es so etwas gibt“, erzählt Kurt Leeb über seine Taufe.
Gegen die Kirche hat der im August 1945 geborene Kurt Leeb nie etwas gehabt. Ganz im Gegenteil. Er besuchte während der ganzen Schulzeit den Religionsunterricht. Er hatte auch gelegentlich Kontakt zur Don-Bosco- Pfarre in Linz, wo ihn P. Josef Brugger einige Male auf die Taufe ansprach. Warum er sich nicht taufen ließ, kann Leeb sich selbst nicht erklären: „Ich war einfach nicht so weit.“ Erst die Begegnung mit seiner sterbenden Mutter hat ihn dazu bereit gemacht. Seit Sommer 2000 laboriert er an den Folgen eines Mopedunfalls. Während er im Mai 2001 wieder im Spital war, erreichte ihn die Nachricht, dass seine Mutter im Sterben liegt. Gegen jede medizinische Prognose konnte er das Krankenhaus verlassen und traf seine Mutter im Hospizzimmer der Barmherzigen Schwestern noch lebend an. Das hat ihn tief berührt: „Sie konnte nicht mehr reden, aber sie hat mich angelächelt. Da habe ich gespürt, es gibt einen Gott.“
Glauben lernen am Krankenbett
Josef Müller, der ehrenamtliche Krankenhaus-Seelsorger des Linzer UKH, hat ihn dann auf die Taufe vorbereitet. In vielen Gesprächen – oft am Krankenbett – sind sie das ABC des Glaubens durchgegangen. Müller: „Für mich war es selbst eine Nachschulung im Glauben.“
In der Kapelle des UKH wurde Kurt Leeb Ende November von Pfarrer Josef Weinberger getauft, und, wie bei einer Erwachsenentaufe vorgesehen, auch gefirmt. Beim anschließenden Gottesdienst feierte der Neugetaufte seine Erstkommunion: In einer einzigen Feier empfing er die drei Sakramente, die zur vollen Aufnahme in die Kirche gehören.
Beim Taufakt, dem Übergießen mit Wasser, war er nervös, gibt Leeb lächelnd zu. Danach habe er aber den Pfarrer nur wie aus der Ferne sprechen hören. „Ich habe auf meine Taufkerze geschaut und mir gedacht: Jetzt bist du Gottes Sohn. Jetzt passt’s.“Gefreut hat den Täufling, dass viele Patient/innen und selbst der Oberarzt bei der Tauffeier anwesend waren.