Zum Jahreswechsel wünschen sich viele Menschen einen „guten Rutsch“. Diese Formel hat nichts mit den Gefahren durch die vereisten Winterstraßen zu tun, auch nichts mit dem bisweilen heimtückisch glatten Parkett der Gesellschaft. Der Neujahrswunsch kommt vielmehr aus dem Hebräischen: Rosch heißt Anfang, das Neujahr Rosch ha shana (Anfang des Jahres). Im Jiddischen, das die Juden bis zum Holocaust in Mittel- und Osteuropa sprachen, gibt es den Wunsch zum Jahreswechsel: „a gut rosch“ (ein guter Anfang). Durch Sprachpantscherei wurde daraus der „gute Rutsch“. Ebenfalls um eine „Verballhornung“ handelt es sich bei der Redewendung „Hals- und Beinbruch“. Für Schifahrer ein Wunsch, den sie gerne hören und von dem sie hoffen, dass er nicht in Erfüllung geht. Vielmehr das Gegenteil soll eintreffen – was die Redewendung auch ursprünglich meint. Sie hat ihre Wurzel in den hebräischen Worten „Hatzlacha ubracha“. Hatzlacha bedeutet „Erfolg“, ubracha „und Segen“. Auf verschlungenen Pfaden, die die Sprachschlamperei ging, wurde daraus „Hals- und Beinbruch“.