Wer gleich hinter dem Präsidenten steht, wenn dieser in hoher Mission vor die Öffentlichkeit tritt, muss wohl eine ganz gewichtige Rolle haben. Bei Jesus ist es nicht anders.
In alten Sowjetzeiten war es so: Starb der Generalsekretär der Partei, wurde von Kennern intensiv beobachtet, wer beim Staatsbegräbnis an dessen Sarg schreitet. Der Nachfolger würde darunter zu finden sein. Beim Papst beobachtet man, wer ihn seiner Nähe zu finden ist, wenn er oben am Fenster den Segen erteilt. Und gibt der amerikanische Präsident eine Pressekonferenz, so postieren sich wichtige Mitarbeiter um ihn. Wer wo steht, hat Bedeutung.Die Gestalter des Kirchenkalenders verstehen etwas von Zeremoniell. Jene Heiligen, die dem Hochfest der Geburt des Erlösers am nächsten stehen, haben besonderes Gewicht. Ihr Leben ist wie ein „Kommentar“ des Lebens Jesu.
Der heilige Stephanus ist der erste – gleich am 26. Dezember. Er war der erste „Blutzeuge“ des Glaubens. Mit Steinen hat man ihn erschlagen. Als dies geschah, saß ein junger Mann in der Nähe und bewachte die Kleider der Peiniger. Das war Saulus. „Ich sehe den Himmel offen“, rief der sterbende Stephanus. Für Jesus lohnt es sich, das Leben einzusetzen.
Am 27. Dezember folgt das Fest des Apostels Johannes. Jener also, zu dem Jesus eine besondere Herzensbeziehung hatte. Den „Lieblingsjünger“ haben sie ihn genannt. Zusammen mit Petrus hat Johannes das Osterlamm für das Abendmahl vorbereitet. Zwei Freunde – zwei Pole. Manche sehen in diesen beiden auch zwei Entwürfe von Kirche. Kirche des Geistes oder des Herzens – oder Kirche vom Amt her verstanden.
Ganz in der Nähe, am Sonntag nach Weihnachten, wird das Fest der Heiligen Familie gefeiert. Heiligkeit ist ja nicht nur eine Beschreibung eines einzelnen Menschen. Sie betrifft das Beziehungsgefüge, in dem Menschen zueinander stehen. Eine neue Qualität des Menschseins kommt zum Ausdruck. Eine Famiie ist mehr als ein jedes einzeln für sich genommen. In solcher Gemeinschaft wird Jesus geboren.