ie Zeichen standen auf Krise, damals in Israel. Die Propheten des Untergangs hatten Hochkonjunktur. Eine starke Hand muss her, sagten sie.
A
ber Gott antwortete anders. Er schenkte den Menschen ein Kind. Ein einziges. Mit diesem Kind kam die Hoffnung auf die Welt.
N
icht anders heute. Politische Spannungen. Krisen. Anthrax und BSE. Eine jede Zeit hat ihre Bedrohungen und Krisen. Ernst und drückend. Aber eine jede Zeit birgt auch ihren Schatz an Hoffnung.
K
lein wird die Hoffnung geboren. So hat man sie nicht erwartet. Von Menschen wird sie gekreuzigt werden. Aber es ist Hoffnung, die Leben birgt.
E
s möge die im Kind geborene Hoffnung wachsen. Kraft zum Leben soll daraus sprießen. Trost für die dunklen Tagen soll aus dieser Hoffnung leuchten.
Redaktion, Herausgeber und Verwaltung der Kirchenzeitung wünschen dies zu Weihnachten 2001.
Allen unseren Leserinnen und Lesern: Frohe Weihnachten und ein hoffnungsvolles Jahr 2002.
Im Schatten jener Tage
Josef und Maria sind aufgebrochen, um beim Hauptereignis jener Tage zu tun, was man von ihnen erwartete: sich registrieren zu lassen bei der Volkszählung. Einen gigantischen Aufwand bedeutete eine solche Zählerei für die Staatsmacht Nummer 1 jener Tage. Eine gewaltige Herausforderung an die Bürokratie in einer Zeit, in der Computer noch nicht erfunden waren. So etwas zu Stande zu bringen, darauf kann ein Land schon stolz sein.
Und obwohl die Sache mit solchem Aufwand betrieben wurde, das Hauptereignis einer Epoche sozusagen, weiß man nicht einmal das Ergebnis jener gigantischen Zählerei. Die Zahlen sind in Vergessenheit geraten. Bekannt geblieben ist ein ganz anderes Geschehen jener Tage. Inmitten dieses Menschenstroms der Volkszählung kam ein Kind auf die Welt, offensichtlich unter erbärmlichen Umständen. Den Namen des Neugeborenen kennt man bis heute: Jesus haben sie ihn genannt.
Nicht im Konzentrationspunkt der Aufmerksamkeit jener Tage geschah das Ereignis, sondern geradezu in seinem Schatten. Ganz nahe, und trotzdem fast unbemerkt! Was sollte man einer gewöhnlichen Geburt schon an Bedeutung beimessen?
So gilt es auch heute: Das wirklich Bedeutsame findet sich wohl nicht an jenen Punkten, die von der Scheinwerfern der Kameras ausgeleuchtet werden. Es mag eher im Schatten dieser Ereignisse zu finden sein. Und es liegt oft sehr nahe. Im Gewöhnlichen das Wunder zu sehen und die Menschwerdung zu entdecken – das ist Weihnachten.
Matthäus Fellinger
Die Geburt Jesu
Aus dem Evangelium nach Lukas
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria,seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen:
Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.